Autor Thema: 20041214 DI KEIM GUTACHTEN 2164004 KAPRUN ... FAKIR  (Gelesen 4225 mal)

Offline Andreas Ranovsky

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20041214 DI KEIM GUTACHTEN 2164004 KAPRUN ... FAKIR
« am: 21 März 2014, 07:33:42 »
20041214 DI KEIM Gutachten 2164004 KAPRUN ... FAKIR
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148 PDF-SEITEN zur Dokumentation und zum Beweis sowie zum Download (ca 94 MB):
20041214 DI KEIM Gutachten 2164004 KAPRUN ... FAKIR

http://medien.inhr.net/public.php?service=files&t=2cc05624cf9628bedbb8c977305bb4d0

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Seite 24 von 148: Gutachten 2164004,
Dipl.–Ing. FH Hans–Joachim Keim

8. Zusammenfassung (*) betreffend FAKIR (*)

Durch die von keimkonzept® durchgeführten Untersuchungen konnte weder ein Konstruktions-, noch ein Produktions-, noch ein Materialfehler nachgewiesen werden.

Begründung, daß hier kein Konstruktionsfehler vorliegt: ...
Begründung, daß hier kein Produktionsfehler vorliegt: ...
Begründung, daß hier kein Materialfehler vorliegt:
Ein Materialfehler konnte durch keine Untersuchung nachgewiesen werden.


Die Ursache für das Brechen der Schraubdome in den Heizlüftern Hobby TLB der Firma Fakir ist die Zerstörung der Polymermatrix durch den chemischen Angriff vom Hydrauliköl und somit aus technischer Sicht eine deutliche Festigkeitsreduzierung der Schraubverbindung.

Die Anwendung und Einbausituation der Heizlüfter Fakir Hobby TLB in den Führerständen der Standseilbahn widerspricht dem ordnungsgemäßen Gebrauch der Betreibung von diesem Gerätetyps.


(*) jeweils kurze persönliche Anmerkungen (*)

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Gutachten 2164004, Dipl. – Ing. FH Hans – Joachim Keim

Seite 28 von 148 (*) EXZERPT (*)

Inhalt (*) Gutachten-Kapitelnummer, Kapitelname, Seitennummer (*)

Gutachten

1. Allgemein 2
2. Historie 3
3. Einbausituation und Funktion in der Fahrerkabine 3
4. Stellungsnahme zu den vorliegenden Gutachten und Vorwürfen 4
5. Schwingungen, Stöße und Spannungsrisse durch äußere Einflüsse auf den
Betriebszustand des Heizlüfters 13
6. Vergleich der Bruchfläche aus den Gutachten und aus den Versuchen 19
7. Einbausituation des Heizlüfters in den Fahrerständen der Standseilbahnen
und möglicher Schadensverlauf 22
8. Zusammenfassung 24
(*) INHALTSVERZEICHNIS 28 (*)

Anhang 1

Sicherheitsdatenblätter 29
Auszug aus der Gebrauchsanweisung Fakir Hobby TLB / TUB, TLB usw. 36
VDE 38
Schocktest 46
Zugversuch 68
Infrarotspektroskopie 103

Anhang 2, Auszüge aus den vorliegenden Gutachten

Institut für Schadensanalytik Prof. Dr. Karl L. Maurer 107
Ing. Helmut Prader 135
Mag. Dipl. Udo Geishofer 137
FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Georg Wagner 143


(*) jeweils kurze persönliche Anmerkungen (*)

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A01 Teilmaschinelle Transkription des Textes der Seiten 1-28 nach bestem Wissen und Gewissen für das Wohl aller Menschenkinder jedoch ohne jegliche Gewähr.

A02

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Persönliche Hinweise: Es gilt die Unschuldsvermutung. Für externe Inhalte kann keine Verantwortung übernommen werden. Dateien, Zitate, Transkriptionen etc nach bestem Wissen und Gewissen für das Wohl aller Menschenkinder zur Dokumentation und zum Beweis jedoch ohne jegliche Gewähr.
« Letzte Änderung: 31 März 2014, 07:22:26 von Andreas Ranovsky »
Nur wenn sie vollkommen schad- und klaglos gehalten werden, stimmen Susanna und Andreas Ranovsky weiteren Veröffentlichungen zu. Gegen beharrliches Ignorieren der objektiven Wahrheit (Realität): Das höherwertige Rechtsgut KINDESWOHL verpflichtet Bürgerinnen und Bürger zum Veröffentlichen.

Offline Andreas Ranovsky

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DI KEIM Gutachten I
« Antwort #1 am: 21 März 2014, 07:48:56 »
20041214 DI KEIM Gutachten 2164004 KAPRUN ... FAKIR
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ZUSAMMENFASSUNG GANZ KURZ UND BÜNDIG:

Seite 24 von 148: Gutachten 2164004,
Dipl.–Ing. FH Hans–Joachim Keim

8. Zusammenfassung (*) betreffend FAKIR (*)

Durch die von keimkonzept® durchgeführten Untersuchungen konnte weder ein Konstruktions-, noch ein Produktions-, noch ein Materialfehler nachgewiesen werden.

Begründung, daß hier kein Konstruktionsfehler vorliegt: ...
Begründung, daß hier kein Produktionsfehler vorliegt: ...
Begründung, daß hier kein Materialfehler vorliegt:
Ein Materialfehler konnte durch keine Untersuchung nachgewiesen werden.


Die Ursache für das Brechen der Schraubdome in den Heizlüftern Hobby TLB der Firma Fakir ist die Zerstörung der Polymermatrix durch den chemischen Angriff vom Hydrauliköl und somit aus technischer Sicht eine deutliche Festigkeitsreduzierung der Schraubverbindung.

Die Anwendung und Einbausituation der Heizlüfter Fakir Hobby TLB in den Führerständen der Standseilbahn widerspricht dem ordnungsgemäßen Gebrauch der Betreibung von diesem Gerätetyps.


(*) jeweils kurze persönliche Anmerkungen (*)

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20041214 DI KEIM Gutachten 2164004 KAPRUN ... FAKIR

PERSÖNLICHE ANMERKUNG: Teilmaschinelle Transkription des Textes der Seiten 1-28 nach bestem Wissen und Gewissen für das Wohl aller Menschenkinder jedoch ohne jegliche Gewähr. DIE SEITENNUMMERN WURDEN AM BEGINN DER JEWEILIGEN SEITE HÄNDISCH HINZUGEFÜGT UND AM ENDE DER SEITEN WEGGELASSEN. Optische Bearbeitungen möglich. PA-ENDE

Seite 1 von 148:

Gutachten 2164004

Stellungsnahme und Gutachten über Kunststoffgehäuse von Heizlüftern der Firma Fakir – Werke GmbH & Co. in D - 71665 Vaihingen / Enz vom Typ Hobby TLB bezüglich der Brandkatastrophe bei der Gletscherbahn Kaprun am 11. November 2000

14. Dezember 2004
Dipl.-Ing. (FH) Hans-Joachim Keim

keimkonzept®
Bereich Gutachten
D - 70193 Stuttgart
Germany

KEIMKONZEPT®

Seite 2 von 148:

Die Firma Fakir - Werk GmbH. & Co. in Vaihingen / Enz beauftragte am 28.06.2004 die Firma keimkonzept® in Stuttgart eine Schadensanalyse an Lüftergehäuse des Typs Hobby TLB aus flammgeschütztem PC /ABS – Blend der Firma Bayer in Leverkusen mit der Bezeichnung Bayblend FR 1440 ( UL 94 V0 ) durchzuführen.

1. Allgemein

Grund dieser Schadensanalyse ist ein Brand in einem Führerstand eines Zuges der Kaprun AG. Am 11.11.2000 wurden durch diesen Brand in dem bergaufwärts fahrenden Wagen, genannt „Kitzsteingams“ und im Alpincenter insgesamt 155 Passagiere getötet. Durch verschiedene Gutachten wurde die Firma Fakir als Hersteller der Heizlüfter des Types Hobby TLB für die Brandursache belastet. Die Vorwürfe lauten: „durch Material-, Produktionsund Konstruktionsmängel der Kunststoffgehäuse aus Bayblend FR1440 wäre es zu diesem Brand gekommen“. Unsere Aufgabe ist eine Bewertung der oben genannten Vorwürfe bezogen auf die Kunststoffgehäuse durchzuführen.

Folgende Unterlagen stehen der Firma keimkonzept® zur Verfügung:

Institut für Schadensanalyse Gutachten 1 und 2

Prof. Dipl. -. Ing. Dr. mont. Karl L. Maurer, Sachverständiger für Hüttenwesen, Leoben (A).

Ing. Helmut Prader, Sachverständiger für Brandermittlung, Brandschutzwesen und Feuerpolizei, Eben am Achensee ( A )

Mag. Dipl.-Ing. Udo Geishofer, Sachverständiger für elektronische Datenverarbeitung und KFZ-Wesen, Graz ( A )

Dr. tech. Georg Wagner, Sachverständiger für Maschinenbau, Graz ( A )

Datenblätter über Bayblend FR1440 ( PC/ABS ), technische Richtlinien, Yellow Card, Sicherheitsdatenblätter, teilweise Schriftverkehr usw. von Firma Bayer AG Leverkusen (D) ( siehe Anlage Sicherheitsdatenblatt 038621/03 Ausgabedatum 08.November 1993).

Gebrauchsanleitung für Heizlüfter Hobby TL/TE, TEB, TLB, TLB/TUB und TLB electronic mit der Nr. 55 02 994 von 11.1993 ( siehe Anlage ).

Zeichengenehmigungs – Ausweis: VDE – Zeichen ( siehe Anlage ).

Seite 3 von 148:

2. Historie:

Die Baureihe Hobby TLB mit dem bemängelten Kunststoffgehäuse wurde bis 1995 mit einer Stückzahl von 670 000 Geräten ohne einen Feldausfall der Gehäuse gebaut.

Die Firma Bayer stellte 1995 unter anderem aus ökologischen Gründen – Entsorgung - die Produktion der Type Bayblend FR1400 ein.

Anhand der Betriebserlaubnis dürfen unter anderem die Heizlüfter der Firma Fakir des Typs Hobby TLB ausdrücklich in kein Fahrzeug eingebaut werden.

Im Jahr 1994 wurde im Zuge der Erneuerung der Kaprun-Standseilbahn von der Firma Swoboda in die Wagen die Heizlüfter der Firma Fakir und / oder der Firma Stiebel Eltron, oder andere Fabrikate eingebaut.

Das Produktionsdatum des Heizlüfters Typ Hobby TLB von der Firma Fakir der nicht zerstörten talseitigen Standseilbahn ( „Gletscherdrachen“ ) stammt aus dem Jahr 1993.

3. Einbausituation und Funktion in der Fahrerkabine:

Laut Gutachten von Herrn Mag. Dipl. Ing. Udo Geishofer ( Seite 21 ) mussten die Heizlüfter für den Einbau zerlegt werden, damit sie in einen vorgesehenen Ausschnitt in einer Aluminiumwand eingebracht werden konnten. In unmittelbarer Nähe befanden sich sowohl die Hydrauliksteuerleitungen aus Kunststoff wie auch eine Hauptleitung mit 200 bar Hydraulikdruck aus Metall und die dazugehörenden Muffen, Ventile etc.. Dieses Hydrauliksystem betätigte die Schienenzangenbremsen.

Zusätzlich wurden die Heizlüfter mit einem Steinwolle gedämmten Kasten umschlossen. In diesem Kasten befand sich ein verschließbarer Schlitz für das Ansaugen der Luft für den Heizventilator ( Heizstern mit Ventilatorflügel ).

Durch zwei getrennte Sicherheitssysteme ( Bimetallfedern ) wird im Fakir Hobby TLB die elektrische Spannung von 220/400 V-Netz ab einer Temperatur von ca. 90°C und einer Reaktionszeit von ca. 7 bis 10 sec unterbrochen.

Im Betrieb der Standseilbahn erfolgt die Stromversorgung vom Netz und somit auch die der Heizlüfter lediglich nur im jeweiligen Bahnhof, das heißt während der Fahrt haben die Heizlüfter keine Stromversorgung.

Seite 4 von 148:

Beurteilung von keimkonzept®: Nach der VDE – Zulassung handelt es sich bei dem Fakir Hobby TLB um ein Raumheizgerät ( Heizlüfter ) mit Tropfwasserschutz ( siehe Anlage VDE – Schreiben vom 06.04.1992 und 10.03.1994 ), daraus kann geschlossen werden, dass der Heizlüfter für den stationären Gebrauch in Räumen bzw. für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke bestimmt ist. Daraus folgt, es liegt keine Zulassung für Fahrzeuge vor. Im weiteren sind nach den Zulassungsvorschriften unter anderem für Fahrzeugheizungen weitere Prüfkriterien zu beachten ( siehe Anlage VDE - Schreiben vom 13.12.2004 ).

Beurteilung von keimkonzept®: Durch das Zerlegen der Heizlüfter von einer von Fakir nicht autorisierten Person bzw. Werkstatt werden sämtliche Garantie- und haftungsrechtliche Ansprüche verwirkt. Diese beschriebene Tatsache ist in jeder Gebrauchsanweisung bzw. Garantieerklärung enthalten und auch jedem qualifizierten Techniker ob Handwerksmeister oder Ingenieur bekannt.

Beurteilung von keimkonzept®: Durch den getrennten Einbau der Heizlüfterhälften mit einer Zwischenwand im Steuerpult ergibt eine neue Gerätekonstruktion, die eine neue VDE – Zulassung zur Folge hat. Da unter anderem die Luftströmungsverhältnisse und somit der Wärmehaushalt im Heizgerät sich verändert haben können. Da möglicherweise der Tropfwasserschutz nicht mehr vorhanden ist, dass heißt es muss eine neue Schutzart bestimmt werden usw..

4.0. Stellungsnahme zu den vorliegenden Gutachten und Vorwürfen:

4.1. Institut für Schadensanalytik Prof. Dr. Karl L. Maurer Sachverständiger für Hüttenwesen vom 13.10.2003 „Befund und Gutachten über schadhafte Heizlüfter der Marke Fakir Hobby TLB und TUB, wie in den Zügen der Kaprun AG verwendet wurden“

Herr Prof. Dr. Maurer konnte an Hand des Heizlüfters Hobby TLB aus dem talseitigen Führerstand des Zuges „Gletscherdrachen“ folgendes begutachten:

Seite 5f von 148:

Der Heizstern mit Ventilator ist von dem Kunststoffgehäuse im Bereich der Schraubdome abgerissen. Der schadhafte Heizlüfter wurde in den Abbildungen 0.1 bis 0.5 festgehalten.

Fazit Prof. Dr. Maurer bezüglich der Bruchflächen: Rastermikroskopische und stereomikroskopische Untersuchungen der Bruchflächen ergaben, dass zuerst der obere Schraubdom durch einen Dauerbruch und danach der untere Schraubdom durch einen Gewaltbruch versagte.

Beurteilung von keimkonzept® der mikroskopischen Bilder von Herrn Prof. Dr. Maurer: Beim Betrachten der Bruchbilder des oberen Doms wird zum einen deutlich, dass der Bruchspannungshaushalt dreidimensional ( Abb. 1.1.1 bis Abb. 1.1.12 ) vorlag und zum anderen die relativ glatte Bruchoberfläche, die teilweise viele kleine Poren aufweist. Diese Poren sind ein deutlicher Hinweis für einen chemischen Angriff der Polymermatrix ( Abb. 1.2.1 bis Abb. 1.2.20 ). Der glasartig glatte Bruch ist für ein PC/ABS-Blend unüblich. Der Bruchfortschritt erfolgte vom inneren Durchmesser des Schraubdoms. Auch bei dem unteren Dom erfolgte der Bruch von innen nach außen ( Abb. 1.1.13 bis 1.1.15 ). Die Bruchoberfläche ist im wesentlichen zerklüftet mit glatten porösen Bereichen, die von der Schraubdominnenseite als Dreieck ausgehen. Die Spitze des Dreieckes zeigt von der Innenwand in die Bruchfläche ( Abb. 1.2.21 bis 1.2.25 ). Das Bruchbild ist typisch für einen zähen Werkstoff, wie es das Bayblend ist. Die Porosität deutet auch hier auf eine Spannungsrisskorrosion hin.

Es ist in der Kunststofftechnik bekannt, dass zum Beispiel Öle und Fette Polycarbonate ( PC ) und oder auch das Butadien im ABS angreifen können und die Polymerkette zerstören. Dies hat zur Folge, die mechanischen Eigenschaften fallen deutlich ab. Das eingesetzte Gehäusematerial Bayblend FR1440 ist ein flammgeschütztes Polymerblend aus Polycarbonat und Acrylbutadienstyrol und somit in einer zum Beispiel öligen, fetthaltigen Umgebung ( Hydrauliknebel ) einer sehr starken Spannungsrisskorrosion ausgesetzt. Dies bedeutet, dass durch den möglichen chemischen Angriff die Spannungen im Kunststoffgehäuse durch zerstören der Polymermatrix über die Einwirkzeit und Temperatur frei werden. Durch die chemischen Analysen vom Institut für Chemie der Kunststoffe wurden von Herrn Prof. Dr. K. Lederer die Materialangaben von der Firma Fakir-Werke bestätigt. Als Nachweis liegt nur eine FTIR-Analyse der roten Isolationsplatte aus Polyamid PA6 mit 15% Glasfaser der Firma Bergmann vor. Eine Infrarotanalyse der Schraubdominnenseite könnte außer der Materialdefinition noch einen Hinweis auf eine mögliche chemische Substanz, die auf der Materialoberfläche sich abgelagert hat, zeigen. Ein Materialfehler konnte hier nicht nachgewiesen werden.

Seite 6f von 148:

Die Darstellung des Füllprozesses in der Spritzgusstechnik von Herrn Prof. Dr. Maurer ist grundsätzlich richtig, dass beim umströmen eines Kerns sich eine Bindenaht bildet. Diese Bindenähte sind bei der Spritzgußfertigung der Heizlüftergehäuse unter anderem im Bereich der beiden Schraubdome vorhanden. Der obere Schraubdom ist ca. 10 mm und der untere Dom ca. 50 mm vom Stangenanguß entfernt. Dies bedeutet es werden in der ersten Füllphase bei der Spritzgussfertigung der Heizlüftergehäuse die beiden Dome mit heißer Schmelze versorgt. Somit kann davon ausgegangen werden, dass bei den Bindenähten bei einem vollständig gefüllten Fertigteil aus mechanischer Sicht gute bis sehr gute Eigenschaften vorhanden sind. Die Lage der Bindenähte sind immer in denselben Bereichen der Fertigteile aus einem Werkzeug. Die Füllung der zylindrischen Schraubdome kann wie folgt beschrieben werden. Zuerst bildet sich ein Ring auf der Gehäuseaußenwand, der bis zur Schraubenanlagefläche gleichmäßig ansteigt. Anschließend wird der Boden mit der Bohrung ausgebildet und die zusammen fließende Schmelze erzeugt auf dem Boden eine Bindenaht. Die Schadensbilder der oberen Bohrung ( Abb. 1.1.1 bis 1.1.12 ) zeigen die Draufsicht auf den Schraubdom, der zylindrisch gefüllt wurde. Die radiale Rissbildung kann folglich nicht durch die Kerbe bzw. der Schwäche der Bindenaht erfolgt sein. Im weiteren kann daraus geschlossen werden, dass weder ein Konstruktions- noch ein Produktionsfehler bezüglich der Bindenähte der Schraubdome vorliegt.

Begründung, dass hier kein Konstruktionsfehler vorliegt:

Der Stangenanguß ( Anspritzpunkt ) im Sichtbereich mehr oder weniger im Zentrum des Lüfters und somit auch im Mittelbereich des Lüftergitters. Eine mit Schlitzen und Stegen versehene kreisrunde Platte versorgt beim Füllprozeß im Werkzeug unter anderem zuerst die Schraubdome des Heizlüfters mit heißer Schmelze. Anschließend wird das gesamte Gehäuse über die Gitterstege gefüllt. Durch die zentrale Lage des Angußes kann davon ausgegangen werden, daß im technisch kritischen Schraubdombereich der Heizlüfter eine sehr gute Ausbildung der Bindenaht zustande kommt. Hiermit ist die Lage des Stangenangußes ( Anspritzpunkt ) aus kunststofftechnischer und konstruktiver Sicht richtig gewählt.

Seite 7 von 148:

Begründung, daß hier kein Produktionsfehler vorliegt:

Ein zu kaltes Werkzeug im Schraubdombereich ist als Ursache für das Versagen der Schraubdomplatte auszuschließen, sofern das Lüftergehäuse vollständig gefüllt ist.

In der Betrachtung der rastermikroskopischen Untersuchung von Herrn Prof. Dr. Maurer kann das Brechen des oberen Schraubdomes wie folgt beschrieben werden: In der Zeit von der Inbetriebnahme 1994 bis zum Schadensereignis 11.11.2000 erfolgten viele Temperaturwechsel von ca. –40°C bis ca. 80°C und tausendfache Schläge bzw. Schwingungen in der Befestigung des Heizsternes mit dem Ventilator. Zusätzlich wurde das Kunststoffgehäuse durch die Umgebung wie zum Beispiel durch hydraulikölhaltige Luft oder anderen chemischen Substanzen ( z.B. Styrole aus der GFK-Wand, etc. ) belastet. Diese chemische Belastung kann zu einem Polymerabbau bzw. Zerstörung des molekularen Aufbaus der Polymermatrix ( Spannungsrisskorrosion ) führen. Die Abbaugeschwindigkeit ist zusätzlich von der Temperatur abhängig, das heißt je höher die Temperatur ist desto schneller geht der chemische Angriff vonstatten. Dies ist eine Erklärung zum einen für den Dauerbruch ( Schwingbruch ) und zum anderen für die porösen Bereiche in den Rastermikroskopischen - Aufnahmen. Der Gewaltbruch des unteren Domes erfolgte nach dem Brechen der oberen Schraubverbindung durch das Abkippen des Heizsterns in Verbindung von Schwingungen und Schlägen, die während der Fahrt des Zuges erfolgten. Zusätzlich war der untere Schraubdom durch die Zerstörung der Polymermatrix durch den chemischen Angriff ( Hydraulikölnebel ) aus mechanischer Sicht geschwächt und somit sind nur relativ geringe Kräfte zum Brechen der Dome notwendig. Aus kunststofftechnischer Sicht liegt weder ein Material-, noch ein Produktions-, noch Konstruktionsfehler der Heizlüfter vor, sondern ein Fehler in der Anwendung und dem Verbau in der Standseilbahn.

Seite 8f von 148:

4.2. Ing. Helmut Prader, Sachverständiger für Brandermittlung, Brandschutzwesen und Feuerpolizei vom 13.10.2003

Herr Ing. Prader beschreibt in seinem Befund und Gutachten vom 13.10.2003 auf den Seiten 27 bis 31 den Führerstand der talseitigen nicht ausgebrannten Standseilbahn ( „Gletscherdrachen“ ). In dieser Beschreibung sind sowohl die eingesetzten Materialien wie auch ihre Einbausituation festgehalten. Auf der Seite 28 wird die Einbausituation des Heizlüfters Hobby TLB in dem Steuerpult bildhaft dargestellt. Hierbei wird deutlich, dass an der Heizlüfterrückwand ( Zuluft für den Heizstern mit Ventilator ) die Steuerleitungen für die Schienenzangenbremse mit Muffen und Ventilen mehr oder weniger direkt anliegen. Der Abstand des Heizlüfters zum Beispiel zur normal entflammbaren glasfaserverstärkten Kunststoffaussenwand der Standseilbahn betrug ca. 8cm. In der Abbildung auf der Seite 30 wird unter anderem das rot verfärbte Bodenbrett des Holzverbaus des Heizlüfters dargestellt. Weitere Einbauverhältnisse und Materialien sind auf den oben genannten Seiten beschrieben.

Auf der Seite 87 in seinem Gutachten Kapitel 4.3.6.2 „Allgemeines zu Heizlüfterbränden“ werden Beispiele von möglichen Brandursachen aus der Praxis beschrieben. Als Beispiele wurden das unsachgemäße aufstellen, wie zu geringer Abstand zu brennbaren Gegenständen, das Abdecken der Luftausblasöffnung und Brände innerhalb der Heizlüfter genannt. Die Ursachen der Brände innerhalb eines Heizlüfters sind zum Beispiel extreme Verschmutzung der Heizwendel durch starken Staubbefall nach langem Stillstand usw.. Auf dieser Seite wird ausdrücklich auf die Geräte bezogenen Gebrauchsanweisungen hingewiesen.

Seite 109 bis 114 wird Kapitel 4.4 die „Beurteilung des Heizlüfters aus dem unversehrten Zug“ beschrieben. Auf Seite 113 und 114 wird das Gutachten von Dipl.-Ing. Lange vom 27.07.2001 zitiert. Seine Aussage war, dass „das Lüftereintrittsgitter, alle im Inneren des Heizlüfters befindliche Bauteile sowie das Luftaustrittgitter eine mehr oder weniger starke Ölbenetzung aufwiesen und dass es sich bei diesen Antragungen um ein relativ dünnflüssiges Öl mit rötlichem Aussehen handelte“. Im Sachverständigen-Gutachten zur chemischen-analytischen Untersuchung von Materialproben vom 05.09.2002 ON 1650 Seite 29ff wird festgestellt: „in Probe 3 ( Heizlüfter ) konnten Spuren von Hydraulikflüssigkeit nachgewiesen werden“.

Seite 9 von 148:

Herr Ing. Helmut Prader bestätigt ( Seite 115 ), Zitat „Durch die Montage der beiden Heizlüftergehäuse in der Blechwand war die ursprüngliche „Dichtfunktion“ durch Nut und Feder nicht mehr gegeben. In diesem Bereich kann ein auf das Gehäuse rinnendes Hydrauliköl in den Heizlüfter gelangen. Auch an der Rückwand des Lüfters ist ein Eindringen von geringen Ölmengen möglich“.

Im Kapitel 5.“Brandausbreitung“ ( Seite 120 bis 128 ) auf Seite 121 schreibt Herr Ing. Helmut Prader: „...die aus Kunststoff (Mantelbauweise) bestehenden Messleitungen des Hydrauliksystems, die unmittelbar hinter dem Heizlüfter verlegt waren, stellen in dieser Anordnung brandschutztechnisch gesehen eine „Schwachstelle“ dar“. Auf Seite 122 Zitat:„ Aus brandschutztechnischer Sicht ist jedenfalls der Einbau eines Heizlüfters mit einem Gehäuse aus Kunststoff, auch wenn er technisch dafür geeignet wäre, nicht vertretbar“.

Die Ausführungen von Herrn Ing. Helmut Prader bestätigen unter anderem, dass in den Heizlüfter über den nicht mehr vorhandenen Tropfwasserschutz Hydrauliköl in den Heizlüfter gelangen kann. Der in der talseitigen unbeschädigten Bahn befindliche Heizlüfter war mit Hydrauliköl sowohl innerhalb wie auch außerhalb der Lüftergehäuse überzogen. Aus brandschutztechnischer Sicht ist jedenfalls der Einbau eines Heizlüfters mit einem Gehäuse aus Kunststoff, auch wenn er technisch dafür geeignet wäre, nicht vertretbar.

4.3. Mag. Dipl.-Ing. Udo Geishofer, Sachverständiger für elektronische Datenverarbeitung und KFZ-Wesen vom 13.10.2003

Herr Mag. Dipl.-Ing. Udo Geishofer beschrieb im ersten Teil seines Gutachtens die thermischen und mechanischen Energieverhältnisse des Heizsternes mit 2,0 KW Heizleistung in Abhängigkeit der elektrischen Spannung.

Seite 10 von 148.

Auf den Seiten 78 bis 82 wird der Zustand des Heizlüfters Fakir Hobby TLB aus dem Talführerstand des erhaltenen Wagens der Standseilbahn beschrieben und mit Bildern dokumentiert. Die Abbildungen 33 und 34 zeigen eine deutliche Verschmutzung der Lüftergehäuse. In der Abbildung 35 wird der abgebrochene Heizstern und die Bruchflächen der Schraubdome gezeigt. Der obere Schraubdom ist sternförmig im Domzylinder eingerissen. Der untere Dom ist „glatt“ im Zylinder gebrochen. In der Abbildung 36 sind die thermischen Verformungen der beiden Gehäusehälften deutlich erkennbar. Im unteren Bereich auf der Außenseite der Rückwand aus Bayblend FR1440 sind Brandspuren erkennbar. In den Bildern 37 und 38 ist der Zustand des Heizsternes festgehalten. Herr Mag. Dipl.-Ing. Udo Geishofer beschreibt den vorliegenden Heizstern wie folgt: „ Der Heizdrahtträger wies an mehreren Stellen thermische Überlastungsspuren auf, zudem waren die Befestigungsnieten des Heizdrates sichtbar korrodiert. Der Heizstern selbst war an etlichen Stellen mechanisch deformiert“.

Im Kapitel 4. Heizlüfter des Ehepaares Glaser ( Seite 101 bis 116 ) beschrieb Herr Mag. Dipl.-Ing. Udo Geishofer zwei Heizlüfter der Firma Fakir. Der Erste mit dem Produktionsdatum Oktober 1993 des Typs Hobby TLB und der zweite Heizlüfter mit dem Produktionsdatum August 1994 des Typs Hobby TUB. Der Heizlüfter Hobby TLB aus demselben Produktionszeitraum, wie auch der aus der unbeschädigten Standseilbahn wurde von der Familie Glaser im Originalkarton mit Gebrauchsanweisung und Bruchstücke von den Schraubdomen Herrn Mag. Dipl.-Ing. Udo Geishofer Anfang 2003 übergeben. Nach der Demontage des Heizlüfters waren unter anderem folgende Beschädigungen sichtbar: Der Heizstern mit Ventilator lag lose im Gerät. An dem vorderen Gehäuse haben sich Schleifspuren des Ventilatorflügels abgezeichnet etc.. Die Bruchflächen der Schraubdome wurden wie folgt beschrieben: Zitat „Der Obere Befestigungsflansch der Aufhängung der Heizsterneinheit war vollständig abgebrochen, an dem unteren Flansch waren Einrisse zu erkennen, die mit jenen vergleichbar waren, die der (Original) Heizlüfter aus dem Talführerstand des unversehrten Wagens aufgewiesen hatte: Abbildung Seite 107 unten Bruchstücke, die von Herrn Glaser verwahrt wurden und Abbildung 61“.

Seite 11f von 148:

Beurteilung von keimkonzept®: Dieser Vergleich der Bruchflächen und der Bruchart ist so nicht richtig. Auf der Seite 79 werden die Bruchflächen und Art der unbeschädigten Standseilbahn im Bereich der Schraubdome wie folgt beschrieben: Zitat „.... Der obere Befestigungsflansch war sternförmig eingerissen, der untere Flansch nicht mehr vorhanden.“ Bei dem Heizlüfter von der Familie Glaser ist der obere Schraubdom glatt abgerissen und der untere mit konzentrischen Kreisen um den Bohrungsmittelpunkt ausgerissen. Daraus folgt es liegen zwei deutlich unterschiedliche Bruchverhalten vor.

4.4. FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Georg Wagner, staatlich befugter und beeidigter Ingenieurkonsulent für Maschinenbau

Herr Dr. tec. Georg Wagner beschreibt die Einbauverhältnisse der Heizlüfter und der Steuerleitung für die Schienenzangenbremse im Steuerpult auf den Seiten 81 bis 85 ( Abbildungen 50 bis 54 ). In der Abbildung 51 sind nach dem Ausbau des Heizlüfter aus dem Steuerpult unter anderem die Absperr- und Drosselventile der Steuerleitung aus Kunststoff sichtbar. Bemerkung von keimkonzept®: Bei farbgetreuer Wiedergabe der Aufnahme entsteht der Eindruck, daß die Ventile rot verfärbt sind. Dies bedeutet, daß eine mögliche Verunreinigung durch das Hydrauliköl vorliegt. Im weiteren ist die verschließbare Frischluftklappe gut erkennbar. Die Abbildungen 52 und 53 zeigen wie nahe sich die Hydrauliksysteme an der Rückwand des Heizlüfters befinden. Auch hier sind rote Verfärbungen sowohl auf den Ventilen, wie auch auf der Rückwand des Holzverbaus gut erkennbar. Auf der Seite 97 in der Abbildung 69 wird eine Blase der Kunststoffsteuerleitung nach einer thermischen Belastung kurz vor dem Bersten der Außenhaut dokumentiert. Der darunter liegende Festigkeitsträger und die Innenhaut der Leitung wurde hierbei nicht beschädigt. Der Temperaturbereich der ca. 5 Minuten langen thermischen Belastung lag voraussichtlich bei 100°C. Da in dem vorliegenden Fall und Einbaustituation von Heizlüfter und Hydrauliksystem von einer deutlich höheren Temperatur ausgegangen werden muß, hat Herr Dr. tech. Georg Wagner folgendes in seinem Gutachten auf Seite 97 geschrieben: Zitat: "Wenngleich in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hinzuweisen ist, daß keinerlei Spezifikation für den Einsatz dieser Messleitungen bei Temperaturen deutlich über 100°C vorliegen - da ein derartiger Einsatz der verwendeten Werkstoffe auch wenig sinnvoll wäre - zeigten die durchgeführten Versuche doch eine gewisse, wenn auch sehr begrenzte Beständigkeit gegen kurzfristige thermische Überlastung der Messleitung". In der Schlußbetrachtung auf Seite 98 steht unter anderem folgende Feststellung. Zitat "Die Tatsache der baulichen Nähe zwischen Heizlüfter und Hydraulikrohrleitungen an sich dürfte eher auf ein gewisses Planungsdefizit als einen konkreten Ausführungsmangel zurückzuführen sein."

Seite 12 von 148:

4.5. Gebrauchsanweisung Firma Fakir für Heizlüfter der Typen Hobby TLB / TUB ( TL/TE, TEB und TLB electronic ) aus dem Jahr 11.1993

In der Gebrauchsanweisung für den Heizlüfter Hobby TLB stehen unter anderem folgende
wichtige Hinweise, die vor Inbetriebnahme beachtet werden müssen:

• Gerät so aufstellen, dass der Abstand von der Luftaustrittsöffnung zu
benachbarten Gegenständen mindestens 50cm beträgt.

• Gerät so stellen, dass brennbare Gegenstände sich nicht entzünden können.

• Gerät darf nicht durch Handtücher, Gardinen oder dergleichen abgedeckt werden, da bei Abdeckung Überhitzungsgefahr besteht. Das Ansaugen der Frischluft und das Ausblasen der heißen Luft darf nicht behindert werden.

• Bei Betrieb darf die Netzanschlussleitung nicht auf dem Gerät liegen.

• Gerät darf nicht in Fahrzeuge eingebaut und dort betrieben werden.

• Fakir Heizgeräte sollten vor jeder Heizperiode in einer Fakir-Kundendienst-Werkstatt gereinigt und überprüft werden.

• Die Netzanschlussleitung darf nur von einer autorisierten Fakir-Kundendienst-Werkstatt ersetzt werden.

..• Beurteilung von keimkonzept®: Durch die Einbausituation der Heizlüfter des Typs Hobby TLB im talwärts fahrenden Zug und möglicherweise auch in der aufwärts fahrenden verunglückten Standseilbahn wurden die oben aufgeführten Bedingungen für den ordnungsmäßigen Gebrauch der Lüfter in vielen Punkten vernachlässigt bzw. ignoriert.

Seite 13f von 148:

Die Heizlüfter wurden mit einer mit Steinwolle isolierten Holzkiste umschlossen. Diese Kiste hatte eine verschließbare Klappe um die anzusaugende Frischluft zu regulieren bzw. die Zugluft im Führerstand zu verhindern. Bei geschlossener Klappe ist eine große Gefahr der Überhitzung des Heizsternes, da keine kühlere Frischluft in den Heizlüfter zugeführt wird und somit hat der Ventilator keine ausreichende Funktion mehr.

Der Abstand von brennbaren Materialien, wie zum Beispiel von Kabeln, Hydraulikleitungen, Holz, normal entflammbares GFK ( Glasfaserverstärkter Kunststoff ) usw. wurde bei weitem nicht eingehalten.

Eine Anwendung der Heizlüfter Typ Hobby TLB der Firma Fakir in Fahrzeugen wurde ausdrücklich untersagt.
 
Das zerlegen der Heizlüfter Hobby TLB darf nur eine autorisierte Fakir-Kundendienst-Werkstatt durchführen. Dennoch wurde der Heizlüfter für den Einbau zerlegt und in einer deutlich anderen Einbaulage wieder zusammengebaut. Dies hat zur Folge die Nut und Feder Tropfwasserdichtung der beiden Gehäuseteile hatte keine Funktion mehr hatte.

Ob eine jährliche Reinigung der Heizlüfter erfolgte, um den zum Beispiel leicht entzündbaren Staubes zu entfernen, ist nicht bekannt.

Die Bedingungen der Gebrauchsanweisung sind unter anderem eine wesentliche Grundlage für die offizielle Zulassung für den ordnungsgemäßen Gebrauch der Heizlüfter, der Gütegemeinschaft ( GS ), der VDE-Zulassung, der Haftung usw. ( s. Anlage VDE – Schreiben vom 15.11.2004 Seite 2 ).

5. Schwingungen, Stöße und Spannungsrisse durch äußere Einflüsse auf den Betriebszustand des Heizlüfters

5.1. Schwingungen und Stöße

Bei einer Standseilbahn kann aus technischer Sicht davon ausgegangen werden, dass während der Fahrt die Bahn in Schwingungen unterschiedlicher Frequenzen bis hin zu mehr oder weniger starken Stößen versetzt wird. Die möglichen Schwingungen können unter anderem durch die Zugseile der Bahn, durch die Unwuchten der Laufräder, durch die Schaltvorgänge der Generatoren, durch das Ein- und Aussteigen der Fahrgäste, das Anfahren und Anhalten usw. erzeugt werden.

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Die möglichen Stöße können z.B. mehr oder weniger durch die temperaturabhängigen notwendigen unterschiedlichen Spaltmaße ( Längenausdehnungskoeffizient ) der Schienen erzeugt werden. Diese äußeren Schwingungen und Stöße werden beim Heizlüfterventilator durch die selbsterzeugten Schwingungen überlagert. Diese Schwingungen am Lüfterrad werden im wesentlichen durch die mögliche Unwucht der Welle und durch unterschiedliche Luftdruckverhältnisse unter den Ventilatorenflügeln erzeugt. Diese Luftdruckunterschiede sind wie folgt zu erklären: Der Abstand der Flügelunterseite zu der darunter liegenden Gehäusewand bzw. Heizstern mit Heizsternhalterung ist je nach Flügelstellung verschieden groß. Bei einem geringen Abstand wird die Luft stärker verpresst als bei einem großen. Dies hat zur Folge die Verbindungsstelle der Verschraubung zwischen den Schraubdomen des Kunststoffgehäuses und dem Heizstern mit Ventilator wird aus mechanischer Sicht ständig mehr oder weniger stark gezogen. Schon vor der Einführung im Jahr 1985 des Heizlüfters Hobby TLB wurden bei der Firma Fakir-Werke die Heizlüfterkonstruktion auf verschiedene Art und Weise durch Dauertests überprüft. Die Ergebnisse der Tests ergaben keinen konstruktiven Mangel. Nach der Einführung wurden aus Qualitätssicherungsgründe ständig neue Dauertests mit den Lüftern durchgeführt ohne ein Mangel in Verbindung der Kunststoffgehäuse festzustellen. Bis zur Einstellung der Produktreihe 1995 wurden 670 000 Geräte produziert und verkauft ohne nennenswerte Mängelrügen von den Verbrauchern.

5.2. Schocktest

Auf Grund des Schadensereignis wurde bei der Firma Fakir-Werke ein Schocktest eingeführt. Dieser Schocktest war wie folgt als Dauertest aufgebaut: Der Heizlüfter wurde auf eine einseitiggelagerte Holzplatte geschraubt. Die Schraubposition des Lüfters war am freien Ende der Platte. Ein motorisch angetriebener Drehstern lässt den Heizlüfter aus drei verschiedene Fallhöhen periodisch mit seinem Eigengewicht von 1.8 kg auf den harten Untergrund fallen. Die Fallhöhen waren 10 mm, 20 mm und 30 mm mit einer Fallhäufigkeit von 30 Zyklen pro Minute. Bei der Höhe von 10 mm war das Gerät leicht nach hinten, bei 20 mm senkrecht und bei 30 mm leicht nach vorne geneigt. Ziel dieses Dauertests war es, welche Auswirkung haben Schläge auf die Festigkeit der Schraubverbindung zwischen dem Heizstern mit Ventilator und den Schraubdomen des Kunststoffgehäuses.

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Die Schräglage der Fallhöhen von 10 mm und 30 mm haben den Hintergrund, dass auf Grund der Schwerkraft und dem Gewicht des Heizsternes mit Ventilator die Schraubverbindung einer ständigen Hebelwirkung ausgesetzt wird ( s. Anlagen 1.0.1 bis 1.0.4 ).

5.2.1 Ergebnisse des Schocktests eines Heizlüfters Fakir Hobby TLB ohne Hydraulikölbelastung der Schraubdome:

Nach 180 000 Schläge bei stehendem Ventilator haben sich nur geringe Veränderungen der Schraubdome gezeigt. Ab 180 000 wurden die Prüfbedingungen in folgenderweise verschärft: Das Gerät wurde zyklisch 30 Minuten lang mit Lüftung und Heizung betrieben und danach 30 Minuten wieder abgeschaltet. Nach insgesamt 264 000 Schläge war die Heizsternaufhängung abgebrochen. Die Bruchfläche befindet sich im zylindrischen Bereich der Schraubdome und ist auf einer Ebene der beiden Dome. Bei keiner der beiden Bruchflächen ist ein Scherbruch, d.h. die Bruchfläche verläuft in einer Schräge sichtbar. Unter beiden Verbindungsschrauben zwischen Rückwand und Heizstern befinden sich die Schraubdomplatten nahezu jeweils als vollständige Scheiben auf der Heizsternseite. Ob ein Schwingbruch vorlag, kann durch eine rasterelektronenmikroskopische Untersuchung nachgewiesen werden ( s. Bilder 1.1.0 bis 1.1.3 Übersicht, 1.1.4 bis 1.1.6 oberer Schraubdom und 1.1.12 bis 1.1.14 unterer Schraubdom ).

Durch die rasterelektronenmikroskopische Untersuchung der beiden Bruchflächen der Schraubdome konnte ein eindeutiger zäher Schwingbruch nachgewiesen werden ( s. Bilder 1.1.7 bis 1.1.11 oberer Schraubdom und 1.1.15 bis 1.1.20 unterer Schraubdom ). Ein zäher Schwingbruch ist wie folgt zu erklären, die Polymermatrix wird linienförmig ( Schwingbruchkomponente ) auseinander gerissen, wobei partiell das Polymer fadenartig plastisch bis zum Bruch gedehnt ( Zähbruchkomponente ) wird.

5.2.2 Ergebnisse des Schocktests eines Heizlüfters Fakir Hobby TUB mit Hydraulikölbelastung der Schraubdome:

Zur Vorbereitung der Versuchsdurchführung im oben beschriebenen Schocktest wurde ein kompletter Heizlüfter Fakir Hobby TUB 20 Tage bei 70 Grad Celsius, wobei lediglich in die Schraubdome der verschraubten Rückwand Hydrauliköl eingeträufelt wurde, gelagert.

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Schon nach 30 000 Schläge ist der Heizstern von der Heizlüfterrückwand abgebrochen. Die Bruchflächen befinden sich bei beiden Schraubdome im Schraubdomzylinder. Die Schraubdomplatten unter den Befestigungsschrauben am Heizstern sind vollständig zerbrochen und teilweise nicht mehr vorhanden. Zwischen den beiden Bruchflächen der Schraubdome an der Gehäuserückwand gibt es nahezu keinen Unterschied ( s. Bilder 1.2.1 bis 1.2.3 Übersicht, 1.2.4 bis 1.2.6 oberer Schraubdom und 1.2.13 bis 1.2.15 unterer Schraubdom ).

Die anschließenden rasterelektronenmikroskopischen Untersuchungen der beiden Bruchflächen ergaben eine klare Aussage über den deutlichen chemischen Angriff durch das Hydrauliköl. Es konnte nahezu kein Zäh- und kein Schwingbruchbereich nachgewiesen werden. Die Bruchflächen sind typisch für ein Sprödbruch ( s. Bilder 1.2 7 bis 1. 2.12 oberer Schraubdom und 1.2.16 bis 1.2.18 unterer Schraubdom ). Teilweise sind Poren in der Bruchfläche sichtbar, dass heißt die Polymermatrix wurde in diesem Bereich vollständig zerstört ( s. Bild 1.2.17 unterer Schraubdom ).

5.2.3 Zusammenfassung der Ergebnisse des Schocktests:

Durch die vergleichende Untersuchung im Schocktest konnte der negative Einfluss des Hydrauliköles auf die Kunststoffrückwand mit den Schraubdome des Heizlüfters Fakir Hobby TLB aus Bayblend FR1440 eindeutig nachgewiesen werden. Die deutlichen Unterschiede der Schläge im Schocktest von 264 000 ohne Ölbelastung auf 30 000 mit Ölbelastung im Schraubdombereich sind eindeutig und müssen nicht weiter Kommentiert werden. Durch die rasterelektronenmikroskopischen Untersuchungen wird eindeutig die Zerstörung der Polymermatrix sichtbar und bestätigt.

Bei dem rasterelektronenmikroskopischen Bildervergleich aus der Untersuchung von Herrn Prof. Dr. Maurer ( Abb. 1.2.1 bis 1.2.25 ) und den Bildern aus dem Schocktest mit Hydraulikölbelastung ( Bild 1.2.7 bis 1.2.12 und Bild 1.2.16 bis 1.2.18) ist eine sehr gute Übereinstimmung feststellbar.

Auch bei diesen Untersuchungen im Schocktest konnte kein Nachweis gefunden werden, dass die Bindenaht die Ursache für das Versagen der Schraubverbindung ist. Daraus muss geschlossen werden, dass weder ein Material-, noch ein Konstruktions-, noch ein Produktionsfehler vorlag. Die Ursache für das Versagen der Schraubverbindung zwischen Heizlüfterrückwand und dem Heizstern ist im unerlaubten Bereich der Anwendung und im chemischen Angriff des Hydrauliköles zu suchen.

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5.3. Spannungsrisse durch äußere Einflüsse

Bei Kunststoffanwendungen sind die Einsatzbedingungen und Umgebungen genau zu betrachten. Dies gilt für die Materialwahl mit der notwendigen Ausrüstung wie auch für die Umweltbedingungen im Einsatzbereich. Unter Materialwahl ist zu verstehen welche technischen Eigenschaften ist für diese Anwendung erforderlich. Die notwendigen Ausrüstungen bedeuten zum Beispiel Flammschutzmittel, UV-Stabilisatoren usw.. Im Einsatzbereich von Kunststoffen sind unter anderen folgende Umwelteinflüsse von großer Bedeutung: Befinden sich in unmittelbare Nähe chemische Substanzen, die den Kunststoff angreifen können, und/oder bei welchem Temperaturbereich findet der Einsatz der Kunststoffprodukte statt etc.. Das Zusammenspiel von chemischen Substanzen und der Umgebungstemperatur ist ebenfalls von großer Bedeutung. Das heißt bei höherer Temperatur kann die chemische Beständigkeit der Kunststoffe deutlich abnehmen. Der chemische Angriff des Kunststoffes bedeutet eine Zerstörung des molekularen Aufbaus und damit eine deutliche Reduzierung der physikalischen Eigenschaften. Bei mechanischen Verbindungen wie in dem vorliegenden Fall der Schraubverbindung von Heizstern mit Ventilator mit den Schraubdomen des Lüftergehäuses aus Bayblend FR1440 liegt durch das Verschrauben eine Pressspannung vor. Durch einen chemischen Angriff aus der Umgebung wie zum Beispiel des Hydraulikölnebels kann eine Rissbildung in der Kunststoffoberfläche der Schraubverbindung entstehen. Diese Erscheinung wird als Spannungsrisskorrosion bezeichnet. Um einen möglichen Einfluss des Hydrauliköls auf die Schraubverbindung zu erhalten wurden folgende Untersuchungen möglichst praxisnah durchgeführt. Als Hydrauliköl kam wie im Gutachten von Herrn Ing. Helmut Prader vom 13.10.2003 auf Seite 117 beschrieben, das Mobil AERO HFA zum Einsatz.

5.4 Zugversuche

Aus den noch vorhanden Gehäusen aus dem Jahr 1993 wurden im Bereich der Schraubdome und des Angußes eine Scheibe mit einem Durchmesser von 60 mm herausgearbeitet. In dem oberen angußnahen Schraubdom wie auch in dem unteren Dom wurde für die Zugprüfung unter Montagebedingungen eine Metallplatte mit einem Zwischenring verschraubt.

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Dieser Zwischenring wurde aus der roten Polyamid Isolierplatte des Heizsternes im Bereich der Bohrung für die Verschraubung herausgearbeitet. Aus jedem Gehäuse wurden noch zusätzliche Streifen aus der bindenahtlosen Seitenwand entnommen. Für die Versuche standen uns 8 weiße und 4 beige Gehäuse zur Verfügung. Um eine mechanische Veränderung durch das Hydrauliköl nachweisen zu können wurden jeweils zwei weiße Platten mit der Zugvorrichtung, die dazugehörenden bindenahtlosen Streifen unterschiedlich lange Zeit in einem 75°C warmen Hydraulikölbad ( Mobil AERO HFA ) gelagert. Diese Vorgänge wurden in gleicher Art und Weise mit jeweils einer beige Gehäuseplatte und dem dazugehörenden Streifen durchgeführt. Die Lagerungsdauer betrug 48 Stunden ( h ), 96 h und 192 h. Nach jeder Lagerung wurden durch die Zugprüfung die maximal Kraft ( Fmax ) und das Dehnverhalten ( emax ) beim Reißen der Prüflinge ermittelt. Als Ausgangswert wurden die Proben, die nicht in Ölgelagert wurden ebenso einer Zugprüfung unterzogen ( Nullprobe ).

5.4.1 Ergebnisse der Zugprüfung mit Hydrauliköllagerung bei 75°C

Die Nullproben zeigen ein typisches zäh elastisches Bruchverhalten eines PC/ABS – Blend vom Typ Bayblend FR1440. Der Schraubenkopf konnte erst nach einer deutlichen plastischen Verformung mit Weißbruch aus dem Schraubdom gerissen werden. Die Bindenaht an der Schraubdomplatte ist wulstig zäh aufgebrochen. Auch die Streifen verhielten sich wie von einem zähen Werkstoff zu erwarten ist. Schon nach 48h Lagerungszeit hat sich ein anderes Bruchverhalten eingestellt. Die Reißkräfte der Schraubverbindungen vor allem der weißen runden Scheiben sind um ca. 25% reduziert. Die Dehnungswerte sind am deutlichsten bei den Streifen von ca. 20mm Dehnung der Nullprobe auf ca. 5 mm der gelagerten Streifen zurückgegangen ( s. Bilder 3.1.1. bis 3.2.2 und 3.3.1 bis 3.3.16 ). Die Rissbildungen auf der Schraubdomplatte sind typisch für eine Spannungsrisskorrosion, d.h. es sind viele zum Schraubenmittelpunkt verlaufende Risse. Eine plastische Verformung ist nicht mehr sichtbar. Nach 192h wird der chemische Angriff bezüglich des Bruchverhaltens immer deutlicher ( s. Bilder 2.0.0. bis 2.4.6 ). Die Bindenaht auf der Schraubdomplatte zeigt einen geringer ausgeprägten Rissverlauf wie die übrigen Risse. Der starke chemische Angriff führt dazu, dass der Schraubdomzylinder auf verschiedenen Ebenen sowohl axial wieradial gerissen sind.

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Eine weitere wichtige Beobachtung muss hierbei noch festgehalten werden: Die ölige Oberfläche der Prüflinge nach 192h ist sehr klebrig von dem thermisch gealterten Öl. Es besteht der Eindruck eine Verharzung des Hydrauliköles hat nach dieser Zeit schon begonnen.

6. Vergleich der Bruchoberflächen aus den Gutachten und aus den Versuchen
6.1. Schadensfall Familie Glaser Bilder aus Gutachten Mag. Dipl.-Ing. Udo Geishofer


Die Bilder der Bruchflächen in der Begutachtung von Herrn Mag. Dipl.-Ing. Geishofer ( Abbildung 61, Seite 108 ) zeigen einen Gewaltbruch mit einer leichten Torsion in der zylindrischen Wand des oberen Schraubdoms. Das heißt die Schraubdomplatte wurde leicht verdrillt vom Zylinder gewaltsam abgerissen. Im wesentlichen ist das Bruchbild ( siehe Anlage ) mit denen aus dem Schocktest der Firma Fakir nach 264 000 Schlägen vergleichbar. Die Bruch- und Rissverläufe in den Schraubdomen bei dem Heizlüfter der Familie Glaser befinden sich nicht im Bindenahtbereich der Schraubdomplatte. Es liegt in diesem Fall kein ersichtlicher chemischer Angriff vor. Der Schadensverlauf kann durch äußere Gewalteinwirkung wie zum Beispiel durch einen Sturz des Heizlüfters auf den Boden erfolgt sein. Diese Behauptung kann durch den Rissverlauf der unteren Schraubdomplatte in konzentrischen Kreisen um die Bohrung untermauert werden.

6.2. Gutachten Prof. Dr. Maurer und nach der Hydrauliköllagerung nach 192h bei 75°C

Die Bilddokumentationen ( Abb. 1.1.1 bis 1.1.12 im Befund vom 13.10.2003) des Heizlüfters Fakir Hobby TLB aus dem Führerstand der talseitigen Bahn ( Gletscherdrachen ) von Herrn Prof. Dr. Maurer zeigen dasselbe Bruchverhalten wie die Zugproben nach einer Hydrauliköllagerung von 192 Stunden ( s. Bild 2.4.1 bis 2.4.6). Daraus muss geschlossen werden, dass der Heizlüfter mit einer chemischen Substanz wie zum Beispiel das Hydrauliköl belastet und die Polymermatrix zerstört wurde. Das Bruchverhalten der ölgelagerten Proben belegt eindeutig, dass die Schraubdome weder durch einen konstruktiven, einen produktionstechnischen noch einem materialtechnischen Fehler gebrochen sind. Die Fehlerursache liegt in der falschen Anwendung der Heizlüfter Fakir Hobby TLB in der chemisch aggressiven Umgebung. Das in den Standseilbahnen eingesetzte Hydrauliköl des Typs Mobil AERO HFA zerstört aus chemischer Sicht die Polymermatrix des Bayblends FR1440 ( PC/ABS-Blend) innerhalb kurzer Einwirkzeit bei erhöhten Temperaturen.

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Durch eine Infrarotspektroskopische Analyse kann ein Nachweis über die Zerstörung des Polymers und der Komponenten geführt werden. Eine weitere Untersuchung der Bruchoberflächen mittels Rasterelektronenmikroskop kann einen zusätzlichen Nachweis des chemischen Angriffs der Polymermatrix und der Bruchstruktur bringen.

Durch die rasterelektronenmikroskopischen Untersuchungen der Bruchflächen aus den Zugversuchen der Schraubdomplatten 1 ( Nullprobe, Bild 2.1.5 bis 2.1.8 ), Schraubdomplatte 3 ( Öllagerung 48 h bei 75°C, Bild 2.2.5 bis 2.2.8 ), Schraubdomplatte 5 ( Öllagerung 96 h bei 75°C, Bild 2.3.6 bis 2.3.12 ) und der Schraubdomplatte 7 ( Öllagerung 192 h bei 75°C, Bild 2.4.7 bis 2.4.11 ) wird die Zerstörung der Polymermatrix in Abhängigkeit der Lagerungsdauer deutlich sichtbar. Nach 192 Stunden bei 75 Grad Celsius ist das Bayblend FR1440 aus polymertechnischer Sicht in seiner Polymermatrix vollständig zerstört. Die Bruchoberfläche ist porös und hat nahezu keine zäh elastische Komponente mehr. Der Bildervergleich mit den Bruchflächen der Schraubdomplatte 7 ( Öllagerung 192h bei 75°, Bild 2.4.7 bis 2.4.11) und den rastermikroskopischen Aufnahmen von Herrn Prof. Dr. Maurer ( Abb. 1.2.1 bis 1.2.25 ) zeigen eine sehr gute Übereinstimmung. Daraus folgt, die Ursache für das Versagen der Schraubverbindung zwischen Heizlüfterrückwand aus Bayblend FR1440 und dem Heizstern ist weder durch ein Konstruktions-, noch durch ein Produktions-, noch durch ein Materialfehler erfolgt ist. Die Gründe für das Brechen der Schraubdome liegen im Bereich der chemischen Zerstörung der Kunststoffmatrix durch das Hydrauliköl.

6.3. Infrarotspektroskopie ( FTIR-Spektroskopie )

Bei der Fourier-Transform-Infrarot-Spektroskopie (FTIR) handelt es sich um eine Untersuchungsmethode, die die Identität von molekularen Strukturen nachweisen kann. FTIR-Spektroskopie wird insbesondere zur Identifizierung von organischen Molekülen oder Molekülbestandteile ( funktionelle Gruppen ) herangezogen. Organische Moleküle lassen sich sehr gezielt in einem Energiebereich von 4000 bis 600 cm-1 anregen. In dem betrachteten infraroten Wellenlängenbereich werden durch die Strahlung Molekülschwingungen und –rotationen angeregt. Durch die Anregung der funktionellen Gruppen verschiedener Moleküle absorbieren ( Absorbtion ) diese die eingetragene Energie und geben diese anhand von Emissionsbanden ( Emission ) als Funktion der Energie ( Wellenzahl 1/LAMBDA cm-1 ) ab. (*) LAMDA (*)

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Die so im Spektrum erscheinenden Peaks werden entweder als Absorbtions- Banden oder als Transmissions-Banden bezeichnet und geben durch ihre Lage im Energiefeld (=Wellenzahl) Aufschluß über die Art der funktionellen Gruppen. Die Intensität der Banden kann nach dem Lambert-Beerschen Gesetz mit der Konzentration der betreffenden Gruppe korreliert werden.

6.4. Proben, -Entnahme und Ergebnisse der FTIR-Spektroskopie

Proben und Probenentnahme


Für die Infrarotspektroskopie wurden aus den Streifen für die Zugversuche ( Stab ) vor der Öllagerung ( Nullprobe ) und nach der Öllagerung bei 75°C von 48h, 96h und 192h wie folgt entnommen. Am Ende im Bereich der Einspannfläche der Zugprobe ( Stab ) wird mit dem Skalpell ein Span von wenigen Milligramm abgeschnitten. Dieser Span wird auf einer Heizbank erwärmt und anschließend zu einem dünnen Film gezogen. Der dünne Film kann nun im Durchlichtverfahren in dem Infrarotspektrometer vermessen werden. Zur Untersuchung wurden folgende Proben gewählt: Nullprobe Stab 1, nach einer Lagerung im 75°C warmen Hydraulikölbad von 48h Stab 4, von 96h Stab 6 und von 192h Stab 8. Bei allen Proben handelt es sich um Prüfkörper aus den jeweiligen weißen Heizlüftergehäuserückwände.

Ergebnisse

Alle vier Spektren haben dieselbe Bandenlage wie zu erwarten war. Sie unterscheiden sich lediglich in der Intensität in den Banden bei ca.960cm-1 und ca. 760cm-1 . Die Bande bei ca.960cm-1 gehört zum Butadien des ABSs ( Acryl-Butadien-Styrol ) und die bei ca.760cm-1 zum Polycarbonat. Der Intensitätsunterschied zeigt den Zerstörungsgrad der chemischen Verbindung. Das heißt je stärker das Flächenintegral bei diesen Banden ausgeprägt sind umso höher ist die Zerstörung der Polymermatrix. Aus technischer Sicht sind das Butadien und das Polycarbonat für das zäh elastische Verhalten des Bayblends FR1440 verantwortlich ( Bilder 4.1.1 bis 4.1.4 ).

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7. Einbausituation des Heizlüfters in den Führerständen der Standseilbahnen und möglicher Schadensverlauf.

7.1. Einbausituation der Heizlüfter in den Führerständen


In den uns vorliegenden Gutachten wird die Einbausituation der Heizlüfter wie folgt beschrieben: Die Heizlüfter sind auf der linken Seite in Blickrichtung ins Tal unterhalb des Steuerpultes in einem mit Steinwolle isolierten Fichtenholzverschlag angebracht. Die Kunststoffsteuerleitungen des Hydrauliksystems für die Schienenzangenbremsen liegen mehr oder weniger direkt auf dem Lüfter auf. Die Steuerventile mit Muffen befinden sich auf der linken unteren Seite der Gehäusewand ( s. Abb. 52 und Abb.53, Gutachten von Dipl.-Ing. Dr. Georg Wagner ). Auf der rechten unteren Seite des Gehäuses ist die Stromzuführung für den Lüfterbetrieb. In unmittelbarer Nähe des Lüfters sind noch weitere mögliche brennbare Materialien, wie elektrische Leitungen für die Scheinwerfer, normalentflammbares GFK ( Glasfaserverstärkter Kunststoff ), Steckdosen etc.

Aus technischer Sicht muss davon ausgegangen werden, dass an Muffen und Ventilen wie auch an den Hydraulikleitungen eine Leckage des Hydrauliköles stattfinden wird ( siehe Abb.2, Abb. 34, Befund Mag. Dipl.-Ing. Udo Geishofer ). Dieser Ölnebel wird über die Zeit in den Heizlüfter und über das gesamte Lüftergehäuse verteilt. Bei den oben genannten Abbildungen sind deutlich mit Hydrauliköl getränkte Flächen sowohl bei dem Fichtenholz wie auch bei der Stromzuführung innerhalb der Heizlüfterrückwand feststellbar. Herr Mag. Dipl.-Ing. Udo Geishofer schreibt auf der Seite 78ff „Ferner waren an der Unterseite der Rückwand, ins besondere in dem Bereich des Stromkabels, rote, klebrige Ablagerungen erkennbar“. Diese Beschreibung betrifft den sichergestellten Heizlüfter aus dem Talführerstand des erhaltenen Wagens der Standseilbahn. Auf der Seite 80 in seinem Gutachten sind thermische Belastungen der vorderen und hinteren Geräteseite (Abb. 36 ) sichtbar. Die Heizlüfterrückwand ist auf der rechten Seite abgebildet und zeigt das untere linke Eck. Dieses Eck hat deutliche Brandspuren. Wie oben in der Einbausituation beschrieben befinden sich an dieser Ecke die Ventile und Muffen der Kunststoffsteuerleitung des Hydrauliksystems. Bei einer Leckage des Hydrauliköles ( rote Eigenfarbe ) als Ölnebel ist es gut vorstellbar, dass die klebrige rote Ablagerung sich entzündet.

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7.2 Möglicher Schadenshergang

Wenn man die Bedingungen der Gebrauchsanweisung und andere Sicherheitsrelevante Vorschriften außeracht läßt kann der Schadenshergang wie folgt geschehen sein. Durch den sehr beengten Einbauraum des Heizlüfters und der direkten Ölnebelbelastung durch die Leckagen der Hydraulikölleitungen wurde das Kunststoffgehäuse mit dem Öl benetzt. Diese Benetzung ergibt eine klebrige Oberfläche. In keinem der Gutachten ist ein Wartungsintervall von den Heizlüftern beschrieben. Aus diesem Grund kann davon ausgegangen werden, dass über die Betriebsdauer von 7 Jahren ( 1994 bis 11.11. 2000 ) kein Staub oder ähnliches brennbares Material von den Heizlüftern entfernt wurde. Durch die klebrige Oberfläche kann sich eine gut brennbare Schicht bilden. Im weiteren wird die Kunststoffoberfläche zum Beispiel in der Schraubverbindung von Heizlüfterrückwand und Heizstern mit Ventilator durch den Ölnebel nachweislich chemisch angegriffen. Dies hat zur Folge, die Polymermatrix aus PC/ABS-Blend wird zerstört und die mechanischen Eigenschaften sind nahezu nicht mehr vorhanden. Durch Schwingungen und Erschütterungen der deutlich geschwächten Schraubverbindungen kommt es zum Bruch der Schraubdome. Der leichtentflammbare Pelz, bestehend aus einem Gemisch aus Staub und Hydrauliköl entzündet sich am glühenden Heizstern des Lüfters. Die Kaminwirkung im Tunnel durch den Höhen- und Temperaturunterschied wirkt wie ein Brandbeschleuniger, sodass ein anfängliches Glimmen zur offenen Flamme wird. Die Folge ist, dass die umliegenden brennbaren Stoffe sich je nach Brennbarkeit mehr oder weniger schnell entzünden werden.

Ergänzend sind die ermittelten Temperaturverhältnisse des Heizsternes und die Zündtemperaturen des Hydrauliköles nachfolgend aufgeführt. Die Temperaturen des Heizsterns bei einer Heizleistung von 2,0 KW betragen in Abhängigkeit der Lüfterspannung und Drehzahl des Ventilators zwischen 570°C und 830°C ( siehe Tabelle 4, Seite 52, Gutachten von Mag. Dipl.-Ing. Udo Geishofer ). Die Zündtemperatur von dem Hydrauliköl Mobil AERO HFA beträgt ca. 290°C bzw. laut Gutachten Prof. Dr. Ing. Pol vom 30.08.2003 ist die Zündtemperatur 350°C ( siehe Gutachten Ing. Helmut Prader, Seite 117 ).

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8. Zusammenfassung

Durch die von keimkonzept® durchgeführten Untersuchungen konnte weder ein Konstruktions-, noch ein Produktions-, noch ein Materialfehler nachgewiesen werden.

Begründung, daß hier kein Konstruktionsfehler vorliegt:

Der Stangenanguß ( Anspritzpunkt ) im Sichtbereich mehr oder weniger im Zentrum des Lüfters und somit auch im Mittelbereich des Lüftergitters. Eine mit Schlitzen und Stegen versehene kreisrunde Platte versorgt beim Füllprozeß im Werkzeug unter anderem zuerst die Schraubdome des Heizlüfters mit heißer Schmelze. Anschließend wird das gesamte Gehäuse über die Gitterstege gefüllt. Durch die zentrale Lage des Angußes kann davon ausgegangen werden, daß im technisch kritischen Schraubdombereich der Heizlüfter eine sehr gute Ausbildung der Bindenaht zustande kommt. Hiermit ist die Lage des Stangenangußes ( Anspritzpunkt ) aus kunststofftechnischer und konstruktiver Sicht richtig gewählt.

Begründung, daß hier kein Produktionsfehler vorliegt:

Ein zu kaltes Werkzeug im Schraubdombereich ist als Ursache für das Versagen der Schraubdomplatte auszuschließen, sofern das Lüftergehäuse vollständig gefüllt ist.

Begründung, daß hier kein Materialfehler vorliegt:

Ein Materialfehler konnte durch keine Untersuchung nachgewiesen werden.

Die Ursache für das Brechen der Schraubdome in den Heizlüftern Hobby TLB der Firma Fakir ist die Zerstörung der Polymermatrix durch den chemischen Angriff vom Hydrauliköl und somit aus technischer Sicht eine deutliche Festigkeitsreduzierung der Schraubverbindung.

Die Anwendung und Einbausituation der Heizlüfter Fakir Hobby TLB in den Führerständen der Standseilbahn widerspricht dem ordnungsgemäßen Gebrauch der Betreibung von diesem Gerätetyps.

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Beurteilung von keimkonzept®: Nach der VDE – Zulassung handelt es sich bei dem Fakir Hobby TLB um ein Raumheizgerät ( Heizlüfter ) mit Tropfwasserschutz ( siehe Anlage VDE – Schreiben vom 06.04.1992 und 10.03.1994 ), daraus kann geschlossen werden, dass der Heizlüfter für den stationären Gebrauch in Räumen bzw. für den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke bestimmt ist. Daraus folgt, es liegt keine Zulassung für Fahrzeuge vor. Im weiteren sind nach den Zulassungsvorschriften unter anderem für Fahrzeugheizungen weitere Prüfkriterien zu beachten ( siehe Anlage VDE - Schreiben vom 13.12.2004 ).

Beurteilung von keimkonzept®: Durch das Zerlegen der Heizlüfter von einer von Fakir nicht autorisierten Person bzw. Werkstatt werden sämtliche Garantie- und haftungsrechtliche Ansprüche verwirkt. Diese beschriebene Tatsache ist in jeder Gebrauchsanweisung bzw. Garantieerklärung enthalten und auch jedem qualifizierten Techniker ob Handwerksmeister oder Ingenieur bekannt.

Beurteilung von keimkonzept®: Durch den getrennten Einbau der Heizlüfterhälften mit einer Zwischenwand im Steuerpult ergibt eine neue Gerätekonstruktion, die eine neue VDE – Zulassung zur Folge hat. Da unter anderem die Luftströmungsverhältnisse und somit der Wärmehaushalt im Heizgerät sich verändert haben können. Da möglicherweise der Tropfwasserschutz nicht mehr vorhanden ist, dass heißt es muss eine neue Schutzart bestimmt werden usw..

Diese Feststellungen werden wie folgt untermauert:

1. Rastermikroskopischen Aufnahmen von den Bruchflächen der Schraubdome aus dem Gutachten von Herrn Prof. Dipl. Ing. Dr. mont. Karl L. Maurer zeigen durch die radiale Rissbildung, dass hier ein chemischer Angriff vorlag.

2. Die rastermikroskopischen Aufnahmen der Bruchflächen aus dem Schocktest und den Zugversuchen zeigen eindeutig den chemischen Angriff der Polymermatrix und sind mit den Aufnahmen von Herrn Prof. Dipl. Ing. Dr. mont. Karl L. Maurer nahezu Identisch.


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3. Die Bruchflächen sind nicht in der Bindenaht auf dem Schraubdomboden sondern in dem Schraubdomzylinder.

4. Die 192h bei 75°C ölgelagerten Schraubdomproben haben nahezu dasselbe Bruchbild nach der Zugprüfung, wie die aus dem sichergestellten Heizlüfter der talseitigen Standseilbahn „Gletscherdrachen“.

5. Bei keiner der dokumentierten Bruchflächen ist eine typische zäh elastische Verformung, wie bei der Nullprobe aus unserem Zugversuch der Schraubdome sichtbar.

6. Durch die Infrarotspektroskopie der ölgelagerten Proben konnte nachgewiesen werden, dass die zäh elastischen Materialkomponenten des Bayblends FR 1440 deutlich zerstört wurden.

7. Durch das zerlegen der Heizlüfter und den durch eine Zwischenwand getrennten Einbau der beiden Lüftergehäusehälften, sind sowohl der Tropfwasserschutz wie auch die Strömungsverhältnisse der Luft innerhalb des Lüfters verändert und somit die Grundlage der technischen Zulassungen verwirkt.

8. Der Einbau von Heizlüftern des Typs Fakir Hobby TLB in Fahrzeugen ist an Hand der Gebrauchsanleitung untersagt.

9. Durch die Einbausituation in den Führerständen der Standseilbahn werden wesentliche Bedingungen der Gebrauchsanleitung für den ordnungsgemäßen Gebrauch der Heizlüfter widersprochen, wie zum Beispiel Verhinderung der Zufuhr der Frischluft durch die verschließbare Klappe, das direkte Anliegen des Hydrauliksystems der Kunststoffsteuerleitung für die Schienenzangenbremsen mit Muffen und Ventilen, die Umbauung mit dem mit Steinwolle isolierten Holzkasten etc..

10. Die Wartung durch einen autorisierte Fakir-Kundendienst ist nicht nachweisbar und somit muss davon ausgegangen werden, dass in der Betriebsdauer von 7 Jahren keine Reinigung wie zum Beispiel das Entfernen von leichtbrennbarem Staub erfolgte.

11. Zitat von Herrn Ing. Helmut Prader: „Aus brandschutztechnischer Sicht ist jedenfalls der Einbau eines Heizlüfters mit einem Gehäuse aus Kunststoff, auch wenn er technisch dafür geeignet wäre, nicht vertretbar“.


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12. Zitat von Herrn Dr. tech. Georg Wagner: „Die Tatsache der baulichen Nähe zwischen Heizlüfter und Hydraulikrohrleitungen an sich dürfte eher auf ein gewisses Planungsdefizit als einen konkreten Ausführungsmangel zurückzuführen sein."

13. Weiteres Zitat von Herrn Dr. tech. Georg Wagner: "Wenngleich in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hinzuweisen ist, daß keinerlei Spezifikation für den Einsatz dieser Messleitungen bei Temperaturen deutlich über 100°C vorliegen - da ein derartiger Einsatz der verwendeten Werkstoffe auch wenig sinnvoll wäre - zeigten die durchgeführten Versuche doch eine gewisse, wenn auch sehr begrenzte Beständigkeit gegen kurzfristige thermische Überlastung der Messleitung".


Stuttgart den 14.12.2004
keimkonzept®

Dipl.-Ing. FH Hans-Jochim Keim

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Inhalt

PERSÖNLICHE ANMERKUNG zu den Kapiteln des Gutachtens: Nummer, Name, Seitennummer

Gutachten

1. Allgemein 2
2. Historie 3
3. Einbausituation und Funktion in der Fahrerkabine 3
4. Stellungsnahme zu den vorliegenden Gutachten und Vorwürfen 4
5. Schwingungen, Stöße und Spannungsrisse durch äußere Einflüsse auf den
Betriebszustand des Heizlüfters 13
6. Vergleich der Bruchfläche aus den Gutachten und aus den Versuchen 19
7. Einbausituation des Heizlüfters in den Fahrerständen der Standseilbahnen
und möglicher Schadensverlauf 22
8. Zusammenfassung 24
INHALTSVERZEICHNIS 28 (*) Persönliche Anmerkung (*) PA-ENDE

Anhang 1

Sicherheitsdatenblätter 29
Auszug aus der Gebrauchsanweisung Fakir Hobby TLB / TUB, TLB usw. 36
VDE 38
Schocktest 46
Zugversuch 68
Infrarotspektroskopie 103

Anhang 2, Auszüge aus den vorliegenden Gutachten

Institut für Schadensanalytik Prof. Dr. Karl L. Maurer 107
Ing. Helmut Prader 135
Mag. Dipl. Udo Geishofer 137
FH-Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Georg Wagner 143


Seite 29 von 148:
...

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Persönliche Hinweise: Es gilt die Unschuldsvermutung. Für externe Inhalte kann keine Verantwortung übernommen werden. Dateien, Zitate, Transkriptionen etc nach bestem Wissen und Gewissen für das Wohl aller Menschenkinder zur Dokumentation und zum Beweis jedoch ohne jegliche Gewähr.
« Letzte Änderung: 25 März 2014, 00:08:50 von Andreas Ranovsky »
Nur wenn sie vollkommen schad- und klaglos gehalten werden, stimmen Susanna und Andreas Ranovsky weiteren Veröffentlichungen zu. Gegen beharrliches Ignorieren der objektiven Wahrheit (Realität): Das höherwertige Rechtsgut KINDESWOHL verpflichtet Bürgerinnen und Bürger zum Veröffentlichen.

Offline Andreas Ranovsky

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FAKIR GEBRAUCHSANLEITUNG
« Antwort #2 am: 25 März 2014, 00:06:10 »
20041214 DI KEIM Gutachten 2164004 KAPRUN ... FAKIR
SEITE 1 ANTWORT 2 http://www.dieaufdecker.com/index.php?topic=918.0

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20041214 DI KEIM Gutachten 2164004 KAPRUN ... FAKIR Seite 37 ZITAT:

Gerät darf nicht in Fahrzeuge eingebaut und dort betrieben werden.
Das Gerät ist nicht geeignet zum Anschluß an festverlegte Leitungen.
Fakir Heizgeräte sollten vor jeder Heizperiode in einer Fakir-Kundendienst-Werkstatt gereinigt und überprüft werden.


ZITAT-ENDE

FAKIR GEBRAUCHSANLEITUNG JPG-ANHÄNGE ZUR Dokumentation und zum Beweis:

20041214 DI KEIM Gutachten 2164004 KAPRUN ... FAKIR Seite 1
http://www.dieaufdecker.com/index.php?action=dlattach;topic=923.0;attach=5545



20041214 DI KEIM Gutachten 2164004 KAPRUN ... FAKIR Seite 36
http://www.dieaufdecker.com/index.php?action=dlattach;topic=923.0;attach=5547



20041214 DI KEIM Gutachten 2164004 KAPRUN ... FAKIR Seite 37
http://www.dieaufdecker.com/index.php?action=dlattach;topic=923.0;attach=5549



20041214 DI KEIM Gutachten 2164004 KAPRUN ... FAKIR Seite 36 F rechts
http://www.dieaufdecker.com/index.php?action=dlattach;topic=923.0;attach=5559



20041214 DI KEIM Gutachten 2164004 KAPRUN ... FAKIR Seite 37 F links
http://www.dieaufdecker.com/index.php?action=dlattach;topic=923.0;attach=5561



20041214 DI KEIM Gutachten 2164004 KAPRUN ... FAKIR Seite 37 F rechts
http://www.dieaufdecker.com/index.php?action=dlattach;topic=923.0;attach=5563

ZITAT: Gerät darf nicht in Fahrzeuge eingebaut und dort betrieben werden.

Das Gerät ist nicht geeignet zum Anschluß an festverlegte Leitungen.

Fakir Heizgeräte sollten vor jeder Heizperiode in einer Fakir-Kundendienst-Werkstatt gereinigt und überprüft werden
.

ZITAT-ENDE



20041214 DI KEIM Gutachten 2164004 KAPRUN ... FAKIR Seite 36 F links
http://www.dieaufdecker.com/index.php?action=dlattach;topic=923.0;attach=5565



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« Letzte Änderung: 25 März 2014, 01:31:43 von Andreas Ranovsky »
Nur wenn sie vollkommen schad- und klaglos gehalten werden, stimmen Susanna und Andreas Ranovsky weiteren Veröffentlichungen zu. Gegen beharrliches Ignorieren der objektiven Wahrheit (Realität): Das höherwertige Rechtsgut KINDESWOHL verpflichtet Bürgerinnen und Bürger zum Veröffentlichen.