Autor Thema: der springende punkt  (Gelesen 6051 mal)

Offline dieblindenaugenderpallas

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der springende punkt
« am: 15 Juni 2012, 22:26:45 »
Noch am Abend des 23.8.2006 wurde Natascha K. von Kriminalbeamten des SB und des LKA Burgenland im Beisein eines Psychologen zu Details der Entführung, zum Verlies und zur Person des Wolfgang P. befragt, wobei ihre Angaben jedoch nicht protokolliert wurden, die Befragung im Wesentlichen der Schaffung eines Vertrauensverhältnisses und der Vorbereitung auf die Durchsuchung des Tathauses dienen sollte

spannende frage wäre dieser gesprächskreis.welche beamten des sb und des lka bgl. waren anwesend ? welche psychologen ? oder doch psychiater wie ernst b. oder max f. ?
warum nicht protokolliert ? hat sich die sta ibk  darum bemüht, diese gespräche zu rekonstruieren ? zumal sie in einem zeitraum stattgefunden haben als der damals tatverdächtige eh noch keinen einfluss auf nk genommen haben konnte ?

gEnom

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Re: der springende punkt
« Antwort #1 am: 16 Juni 2012, 12:35:47 »
Ja, das  ist zweifelsohne einer der springenden Punkte. Im Grunde müsste man der Frage nachgehen, wie es möglich ist, dass Justiz österreichweit nicht willens und wollens ist die offensichtlichen Widersprüche im Fall Kampusch aufzuklären.
Fast alle Beteiligten, welche sich für die offizielle Version verwendet haben (Mühlbacher, Risser, usw.) haben umgehend einen bedeutenden Karrieresprung hingelegt. Mit dieser Vorgehensweise  konnten sich deren Auftraggeber sicher sein, dass die handelnden Personen auch in Zukunft bei ihrer Version bleiben werden.
Auf Seiten der Justiz hat LOSta P. im Hintergrund die Fäden gezogen, soviel ist klar. Unbekannt ist hingegen, ob er dies aus Eigeninteresse tat oder ob er sich  seiner Partei bzw. einem Freund oder Bekannten verpflichtet fühlte. Das
Verhalten des derzeitigen Sektionsvorsitztenden für Strafrecht im Justizministerium, der ebenfalls vehement für die Einzeltätertheorie eintritt,  legt allerdings den Verdacht nahe, dass gleich mehrere Spitzenbeamte den Auftrag bekommen haben, die Ermittlungen im  Fall Kampusch entsprechend abzudrehen

Auf Polizeiebene dürften jene Beamten, welche mit Kampusch am Entführungstag unter Beisein eines Psychologen geredet haben, die Fäden in der Hand gehalten haben.

Allein die Art und Weise, wie sowohl das Justiz- als auch das Innenministerium auf die zahlreichen parlamentarischen Anfragen reagiert haben, belegt eindrucksvoll, dass die Vertuschung im Fall Kampusch von höchster Ebene gewünscht bzw. toleriert wird.
Mittlerweile zählen bekanntlich ja sogar der Grüne Aufdecker Pilz zu diesem Kreis.

Sollte nicht jemand mit EINDEUTIGEN und UNWIDERLEGBAREN Beweisen für die Unrichtigkeit der Behauptungen der N.K. an die Öffentlichkeit treten, kann man unter diese Affäre definitiv einen Schlussstrich ziehen.

Es ist genau wie Monk gesagt hat, auch hier liegen längst alle Fakten am Tisch bzw. dreht sich mittlerweile alles im Kreis und solange die offiziellen Stellen nicht irgendwie dazu gebracht werden können, endlich ordnungsgemäß ihrer Arbeit nachzugehen, ist alle Mühe vergebens.

silversurfer

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Re: der springende punkt
« Antwort #2 am: 16 Juni 2012, 21:48:39 »
@Gnorm :
    Sie haben es erkannt !
    nicht oft - aber manchmal kommt es vor, das WAHRHEITSGESTALTER  noch zu lebzeiten von der WAHRHEIT  eingeholt werden  !  - deswegen schlafen sie auch nicht ruhig -- und werden daher auch nicht sehr alt - was wiederum die chance für die die WAHRHEIT  erhöht !

Offline Reichmann

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Re: der springende punkt
« Antwort #3 am: 16 Juni 2012, 23:51:25 »
Ich bin aber nach wie vor überzeugt davon, dass sich politisch in den kommenden Wochen sehr viel bewegen wird. So werden auch die Karten neu gemischt und dann könnte es für einige kritisch werden.
Solange sich der Politsumpf noch oben halten kann, dürfte auch die Vertuschung bestand haben. Doch in den nächsten Monaten liegt das As beim Wähler und die Hoffnung lebt  ;)
Roland Reichmann
http://www.INHR.net

silversurfer

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Re: der springende punkt
« Antwort #4 am: 17 Juni 2012, 00:36:47 »
---ja : wäre befriedigend --- wenn   gewöhnliche materielle gier privater -
                                                    und  anmaßendes  machtdenken  von funktionären
der wahrheit zum OPFER  fiele !
   --- bliebe noch die die lächerliche  frage, wer das den orf-konsumenten und den krone lesern begreiflich macht :)
     
 

Offline dieblindenaugenderpallas

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Re: der springende punkt
« Antwort #5 am: 17 Juni 2012, 01:07:43 »
@ gEnom

"und solange die offiziellen Stellen nicht irgendwie dazu gebracht werden können, endlich ordnungsgemäß ihrer Arbeit nachzugehen, ist alle Mühe vergebens."

Das glaube ich, differenziert betrachtet, eigentlich nicht.

1. Der nächste in allen relevanten deutschsprachigen Medien aufscheinende Kampuschartikel, wird zum Thema Abschlussbericht des Unterausschusses erscheinen:

Variante A: Die Untersuchungen werden von FBI und Wiesbaden fortgesetzt. Damit ist über weitere Monate vorgesorgt, dass der Fall nicht in Vergessenheit gerät.

Variante B: Die Untersuchungen werden eingestellt. Damit ist ein Wahlkampfthema mit dem Titel: "Von Grasser bis Kampusch - Justizversagen in Österreich" nur so aufgelegt. Die Tatsachen wie mehrstündige Telefonate zwischen Verbrechensopfer mit dem Hauptverdächtigen während sie streng von der Öffentlichkeit abgeschirmt ist, verschwinden dadurch ja nicht vom Tisch.
Oder dass eine Antwort von NK bezüglich der Schwangerschaftsfrage an den ersten Mediziner, den sie am Tag der "Flucht" sprechen kann, von den Sicherheitsbehörden dahingehend akzeptiert wird, dass sie bloß aus gynäkologischem Interesse nachgefragt habe.

Das glaubt schlicht und einfach kein Mensch !

Und 2.: Es dauert nicht mehr lange und der Kampusch-Film wird Premiere haben. Auch dann werden wieder alle Medien voll sein von der Geschichte dieser jungen Dame.
Und das ist dann ein Wiederaufflammen des Themas, das von NK selbst lanciert wird.

Ich hab das schon an anderer Stelle deponiert, aber ich glaube immer mehr, dass NK selbst große Sorge dafür trägt, dass das Thema nicht einschläft. Und zwar nicht aus dem Grund, der ihr hier hin und wieder vorgeworfen wurde, nämlich Gewinnsucht, sondern aus purem Selbstschutz.
Frau NK setzt darauf, dass der Kreis der MittäterInnen in seinen Aktionen gehemmt ist, solange man über sie spricht.
Wenn kurz nach ihrem Wiederauftauchen die Berichterstattung über den Fall Kampusch eingeschlafen wäre und heute würde man einen Zeitungsartikel lesen, dass das ehemalige Entführungsopfer bei einem Autounfall verstorben ist, wäre die Aufmerksamkeit eines breiteren Publikums begrenzt.
Wenn ein solcher Artikel jetzt erscheinen würde, wäre man doch sehr skeptisch.

... ein Grund übrigens warum ich hier aktiv bin.

Offline dieblindenaugenderpallas

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schwangerschaftsfrage
« Antwort #6 am: 17 Juni 2012, 01:39:45 »
ich verstehs einfach nicht:

1. ein ca. 10jähriges Mädchen wird von einem erwachsenen Mann auf dem Schulweg entführt und ist achteinhalb Jahre fort.

2. in dieser langen Zeit versucht der Entführer nie als Erpresser aufzutreten, also Lösegeld oder ähnliches für die Freilassung des Mädchens zu verlangen.

3. Nach dem Freikommen des Mädchens veröffentlicht dieses ein von ihm autorisiertes Buch, in dem Szenen geschildert sind, wo sie vom Entführer mit Kabelbindern an ihn gefesselt wird und zumindest sexuell getönte Tätigkeiten stattfinden.

4. Dieses Mädchen wird am Tage ihres Entkommens aus der Hand des Entführers einem Arzt vorgeführt, dem sie die Frage stellt, wie lange man eine Schwangerschaft nachweisen könne.

5. Wenn sie etliche Jahre später unter dem konkreten Verdacht befragt wird, sie könnte im Zeitraum der Entführung schwanger gewesen sein und  sie beantwortet diese Frage mit allgemein gynäkologischen Interessen, dann halte ich die Akzeptanz dieser Antwort durch eine investigative Behörde für eine Beleidigung des gesunden Menschenverstandes.

Ob Polizei oder Justiz, das nimmt Ihnen kein vernünftig denkender Mensch ab !

Und weil wir grade beim Thema sind:

Ich verstehe selbstverständlich das Motiv einer Mutter MW, wild gewordene Polizisten beim Erheischen von DNA-Proben der Tochter in die Schranken zu weisen.
Was ich aber nicht mehr verstehe, ist das darauf folgende nicht spurengesicherte Anbieten von DNA-Material der Tochter an die Exekutive.
Es wäre doch um einiges einfacher, wenn DNA-Proben des Mädchens, der MW, der NK und des WP von dazu legitimierten Exekutivbeamten gezogen würden, auf Übereinstimmungen miteinander untersucht würden und eine große Gruppe von möglichen Miissverständnissen wäre ausgeräumt.

Regina

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Re: der springende punkt
« Antwort #7 am: 17 Juni 2012, 11:22:01 »
Die Frage ist, ob N.K. jemals entführt wurde.
Sie war laut Zeugen viel unterwegs.
Und ihr "erscheinen" war durchdacht.

Ob das auch bei der "ENTFÜHRUNG" so war?
Sollte das alles beobachtet werden?
Nur so konnte nach ihrem Auftauchen eine "ENTFÜHRUNG" glaubhaft gemacht werden.

Zeugen gibt es nicht mehr.
Sie sind verstorben, ober sie wurden zum schweigen gebracht.

Was bleibt, sind Erzählungen....................

Regina

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Re: der springende punkt
« Antwort #8 am: 17 Juni 2012, 12:55:04 »
@ dieblindenaugenderpanas
In diesem Fall ist alles suspekt.
Begonnen von der Irrfahrt wie sie N.K. geschildert hat.
Wie sie auch E.H. geschildert hat.
Stundenlanges herumfahren!
N.K., die bei ihrem ersten TV-Auftritt ein Tuch getragen hat, ihr Gesicht aber zeigen wollte.
Und Kriminalbeamte, die auf eigene Faust handeln.

Regina

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Re: der springende punkt
« Antwort #9 am: 17 Juni 2012, 19:16:40 »
Waren unsere Beamten nach dem "AUFTAUCHEN" von N.K.überfordert?
Sie mussten ihren Angaben glauben.
W.P. war auf der Flucht.
Und warf sich Stunden später vor eine Schnellbahn.
Oder wurde dort abgelegt.

Nach Feststellung ihrer Person war es oberstes Gebot, sie in Sicherheit zu bringen.
Da konnte sie erzählen, was immer sie "wollte".

Sie war seit mehr als 8 Jahren abgängig.
Und es gab ZEUGEN, das sie ENTFÜHRT wurde.

Bei solchen Befragungen ist es üblich, das mehrere Beamte nachfragen.
Danach wird ein Protokoll angefertigt.

Da kommen nur Beamte dran, die mit dem Fall befasst sind.


Regina

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Re: der springende punkt
« Antwort #10 am: 17 Juni 2012, 19:28:23 »
Es sollte  dieblindenaugenderpallas sein.
SORRY!

Offline Politicus1

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Re: der springende punkt
« Antwort #11 am: 17 Juni 2012, 23:08:02 »
'mehrstündige Telefonate zwischen Verbrechensopfer mit dem Hauptverdächtigen während sie streng von der Öffentlichkeit abgeschirmt ist'

Hier wurde inzwischen klargestellt, dass das erste Telefonat ein Anruf der NK beim EH in seiner Veranstaltungshalle am 26.10.2006 um ca. 22:00 -23:00 Uhr war und dieser Anruf ca. 4-5 Stunden dauerte.
Zu diesem Zeitpunkt lebte NK angeblich völlig unkontrolliert in einer Wohnung im AKH.

Alle dabei mMn. offensichtlich nicht gerade selbstverständlichen Aspekte allein dieses Anrufs habe ich hier bereits erwähnt.

Reichmann:
auch ich bin überzeugt, dass die "Bombe" noch längst nicht gezündet ist. Sie wird aber hochgehen - und da wird der Udo Proksch und sein Club45 ein Lercherl dagegen gewesen sein....