Autor Thema: ein bisserl Medizin Teil 1: die schizoide Persönlichkeitsstörung  (Gelesen 2422 mal)

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die schizoide Persönlichkeitsstörung
Die schizoide Persönlichkeitsstörung (griechisch: schizo = abgespalten;) zeichnet sich aus durch einen Rückzug von affektiven, sozialen und anderen Kontakten mit übermäßiger Vorliebe für Phantastereien, einzelgängerisches Verhalten und eine in sich gekehrte Zurückhaltung. Die Betroffenen verfügen nur über ein begrenztes Vermögen, Gefühle auszudrücken und Freude zu zeigen.
Der Begriff schizoid wurde 1908 von Eugen Bleuler geprägt.

Beschreibung
Eine tiefgehende Kontaktstörung prägt die betreffenden Personen, ihre emotionale Beziehung zur Umwelt und anderen Menschen ist zentral gelockert, die spontane Erlebnisfähigkeit und das unmittelbare Ansprechen der Gefühle sind stark gehemmt. Tiefsitzendes Misstrauen hält sie anderen Menschen gegenüber auf Distanz. Während einerseits der Wunsch nach inniger Gemeinsamkeit mit anderen oder einem Menschen vorhanden sein kann, sind andererseits Mitteilung und emotionaler Ausdruck blockiert. [...]



Klassifikation nach ICD und DSM
ICD-10

Mindestens drei der folgenden Eigenschaften oder Verhaltensweisen müssen vorliegen:
  • wenn überhaupt, dann bereiten nur wenige Tätigkeiten Freude;
  • zeigt emotionale Kühle, Distanziertheit oder einen abgeflachten Affekt;
  • reduzierte Fähigkeit, warme, zärtliche Gefühle für andere, oder Ärger auszudrücken;
  • erscheint gleichgültig gegenüber Lob oder Kritik von anderen;
  • wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einem anderen Menschen (unter Berücksichtigung des Alters);
  • fast immer Bevorzugung von Aktivitäten, die alleine durchzuführen sind;
  • übermäßige Inanspruchnahme durch Phantasien und Introvertiertheit;
  • hat keine oder wünscht keine engen Freunde oder vertrauensvollen Beziehungen (oder höchstens eine);
  • deutlich mangelndes Gespür für geltende soziale Normen und Konventionen.
DSM-IV
Ein tief greifendes Muster, das durch Distanziertheit in sozialen Beziehungen und eine eingeschränkte Bandbreite des Gefühlsausdrucks im zwischenmenschlichen Bereich gekennzeichnet ist.
  • hat weder den Wunsch nach engen Beziehungen noch Freude daran, einschließlich der Tatsache, ein Teil einer Familie zu sein,
  • wählt fast immer einzelgängerische Unternehmungen,
  • hat, wenn überhaupt, wenig Interesse an sexuellen Erfahrungen mit einem anderen Menschen,
  • wenn überhaupt, dann bereiten wenige Tätigkeiten Freude,
  • hat keine engen Freunde oder Vertraute außer Verwandten ersten Grades,
  • erscheint gleichgültig gegenüber Lob und Kritik von Seiten anderer,
  • zeigt emotionale Kälte, Distanziertheit oder eingeschränkte Affektivität.
Quelle: wikipedia