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Protokoll des internen Unterausschusses - Befragung Mag Hans-Peter Kronawetter 2

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Reichmann:
Günther Kößl (ÖVP): Ich habe mir gerade zuerst  den Obduktionsbericht angeschaut, haben Sie irgendwelche Anordnungen getroffen im Zuge der Obduktion, dass zum Beispiel untersucht wird, ob Priklopil unter Medikamenten gestanden ist, oder unter Drogen oder unter sonstigen Einfluss?
Weil es ist ja nicht üblich, dass man sich hinlegt und wartet, bis der Zug kommt, solche Selbstmorde sind ja eher so, dass man in den Zug hineinspringt. Nicht? Das ist ja eine sehr unübliche Angelegenheit.

Ich Persönlich habe auf einer Dienstselle Dienst gemacht, wo die Landesnervenklinik Mauer in Amstetten mit in den Überwachungsbereich gehört hat, und dich habe dort sicher zig Selbstmorde auf der Westbahn aufgenommen, darum weiß ich sicherlich, dass diese Situation, die hier im Beriech Priklopil gegeben ist, sicher nicht üblich ist und ich mir aufgrund der Verletzungen, die hier drinnen sind nicht ganz vorstellen kann, dass sich Priklopil bei normalem Bewusstsein und mit voller Absicht auf diese Art und Weise auf die Schienen gelegt hat.

Mich täte interessieren: Warum haben Sie sich nicht an Ort und Stelle selbst ein Bild gemacht?

Kronawetter: Ich bin dann in den Abendstunden telefonisch verständigt worden, man habe ihn aufgefunden. Es war dieser Tatort auch zu sichern sozusagen. Ich bin damals nicht selbst noch in der Nacht hingefahren. Wenn Sie fragen ob nachgesehen wurde, ob er alkoholisiert, oder unter Drogen oder Medikamenteneinfluss gestanden hat. so glaube ich dass das im zuge einer Obduktion von einem Obduzenten in der Regel gemacht wird. (Zwischenruf: Ok gut)

Obmann Werner Amon: Der Herr Staatsanwalt ist am Wort. Wir müssen wegen dem Protokoll aufpassen, bitte.
Kronawetter: Die Frage war, war er unter Medikamenteneinfluss oder nicht? Ich habe das jetzt selber auch nicht im Kopf. Das Gutachten, die Gutachtenergebnisse wichtig war, was sagt das Obduktionsgutachten aus. Ist das in Einklang zu bringen, mit dem was auch der Lokführer damals ausgesagt hat. Das er gesehen hat, wie …? Ich glaube als er bemerkt hat, noch eine Bremsung einleiten wollte, aber es nicht mehr geschafft hat.
Meiner Erinnerung nach ist das Verletzungsbild in Einklang zu bringen mit dem was man am Ort des Geschehens vorgefunden hat.

Kößl: In der Folge hat es ja eine Fahndung gegeben, oder eine Überwachung von seinem Freund H. Da ist ja angeordnet worden, der befindet sich … der hat eine Lagerhalle im 22. Bezirk in der Perfektastraße, die ist umstellt worden, er wurde dort angetroffen, von der Kollegin (CI Wipfler) ist er angetroffen worden. Di beschreibt das natürlich sehr beeindruckend: Einen äußerst nervösen Eindruck, extrem blasses, weißes Gesicht aufgewiesen. Er habe sich sichtlich in einem Ausnahmezustand befunden. Aus diesem Grund habe sie seine Hand ergriffen, die eiskalt, verschwitz gewesen sei, was den Eindruck einer Hypernervosität bestätigte und dann hat er noch die Äußerung gemacht: Wieso hat er’s umbrocht?
Herr Staatsanwalt, sind Sie von dieser Situation verständigt worden, noch in der Nacht? Wissen Sie davon? Und wenn Sie das gewusst haben, dann verstehe ich nicht, dass der H. als Zeuge weiterhin bestanden hat. Das ist mir unmöglich. Das muss ich Ihnen sagen.

Kronawetter: Ich glaube, der letzte Anruf war der, dass P sich umgebracht hat und ich die Obduktion veranlasst habe. Über das Gespräch H, glaube ich wurde ich am nächsten Tag in der Früh informiert.

Kößl: Von wem?
(Anm. Red. Es erfolgte eine Weisung von SOKO Burgenland – laut Email – dass H nur als Zeuge zu behandeln sei)

Kronawetter: Es gab glaube ich am nächsten Tag in der Früh eine Besprechung im BKA wo wir alle zusammen gekommen sind, wo dann sozusagen auch erklärt wurde, was sich in der Nacht noch alles zugetragen hat.

Kößl: Es ist ja für mich unvorstellbar – unvorstellbar – unvorstellbar. Wenn eine solche Situation festgestellt wird, dass an und für sich von irgend jemandem, der eine erhebende Aufgabe oder Funktion hat, dass weitere Vorgangsweise, dass die Halle untersucht wird, durchsucht wird, dass das Fahrzeug durchsucht wird, und dass an und für sich genau nachgeforscht wird. Warum und wieso wird so reagiert, dass hier nicht sofort Maßnahmen gesetzt worden sind. Und das kann ich mir nicht vorstellen. Das ist im Anschluß, wenn Sie das am nächsten Tag erfahren, dass es da nicht Konseuqenzen gegeben hat, gegen die erhebenden Beamten.

Kronawetter: Nach, ich kann mich erinnern, dass sehr wohl die Frage war, … Es wurde erzählt und dann war sehr wohl die Frage, weil es ist der Satz gefallen: „Hat er’s umgebracht oder nicht?“ Ich habe auch in meinen weiteren Berichten dazu Stellung genommen und es war klar, zum dmaligen Zeitpunkt, er war …

Also in meinem Bericht, kann ich mich erinnern, habe ich ja dargelegt, H hat gesagt, er sei mit ihm herumgefahren, aber er habe ihm nichts davon erzählt. Und ich habe in meinem damaligen Bericht schon geschrieben: Es ist wohl davon auszugehen, wenn man seinen besten Freund anruft, dass er eine Lebensbeichte ablegt und dass sozusagen dort in die Tragweite dieses Verbrechen eingeweiht wurde.
Und insofern erklärt sich dann sein Verhalten sozusagen, nachträglich bei der Lagenhalle, wie er dann gefragt wurde, was sie geschildert haben.

Kößl: Warum sind diese Gegenstände nicht untersucht worden? Was hat er da hineingetragen? Das ist ja an und für sich alles in Schwebe. Wir wissen heute nicht, was dort wirklich hineingebracht worden ist in diese Lagerhalle, oder was herausgebracht worden ist. Also man weiß auch nicht, was in dieser Lagerhalle deponiert gewesen ist. Also für mich ist das wirklich unvorstellbar. Eine derartige … Das ist eine Unterdrückung von Beweissachen. So muss man das sehen. Also und ich …
Ab diesem Zeitpunkt, wie Sie gewusst haben, dass dieser Vorfall gewesen ist am Vorabend, hätte er nicht mehr als Zeuge fungieren dürfen, sondern dann ist er als Mittäter zu führen.

Kronawetter: Zum damaligen Zeitpunkt war ja die Frage Mitttäter an der Entführung Kampusch im Jahr 98, ja Mitttäter am Gefangenhalten der Natascha Kampusch. Und diese Verdachtsmomente hatten wir beim Herrn H damals nicht.
Lagerhalle. Meinen Sie jetzt Lagerhalle H.?

Kößl: Ja.

Kronawetter: Diese Lagerhalle H. wurde meiner Erinnerung nach, in den Nachtstunden noch angesehen und es wurde, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, hat man mit H gesprochen. Man muss eines sagen, die Detailkenntnis fehlt mir mittlerweile auch, weil ich schon so lange vom Akt weg bin, dass ich so in Einzeldetail nicht mehr so konkret, sozusagen, Stellung nehmen kann.

Kößl: Ab diesem Zeitpunkt ist es nicht mehr darum gegangen, ob zwei Täter bei der Entführung, sondern man hat nicht gewusst, ob es ein Selbstmord war bei Priklopil, oder ob eine Beihilfe bei diesem Tod gewesen ist.

Kronawetter: Also Hinweise, dass H. mitgewirkt hätte, am Selbstmord von H, hatten wir dem damaligen Zeitpunkt (Zwischenruf) ah von Priklopil natürlich, hatten wir zum damaligen Zeitpunkt keine. Und da haben wir … also wenn ich nicht ganz falsch liege, ist ja der Gerichtsmediziner, glaube ich, zum Tatort gefahren und hat sich das dort auch angesehen, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Und es gab keinen Hinweis, dass hier mitgewirkt wurde, oder mitgeholfen wurde, oder Priklopil umgebracht worden wäre.

Zusammenfassung:
http://kampusch.dieaufdecker.com/index.php/Protokoll_des_ständigen_Unterausschusses_des_Ausschusses_für_innere_Angelegenheiten

Lilly Rush:
@ Reichmann

Vielleicht könntens die betreffenden Beiträge auch umhängen?

Bitte, Danke!

gEnom:
Allein anhand des Protokolls dieser Befragung ist ein Selbstmord von Priklopil defakto auszuschließen.

Lilly Rush:
Da haben sie völlig Recht.

Würd gerne wissen wie oft der Risser vor und nach dem Priklopil den Leichenfundort (ohne Leiche! - der Priklopil war längst im Sack) am Bahngeleis besichtigt hat.

Wett ma das war gleich Null?

Reichmann:

--- Zitat von: gEnom am 19 Mai 2012, 17:44:19 ---Allein anhand des Protokolls dieser Befragung ist ein Selbstmord von Priklopil defakto auszuschließen.

--- Ende Zitat ---
Das sehen nicht nur Sie so, sondern auch viele andere. Außer gewisse Medien, die das nicht so sehen dürfen

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