Autor Thema: 20020422 Profil: Die Erfolge der Pornojäger  (Gelesen 2602 mal)

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20020422 Profil: Die Erfolge der Pornojäger
« am: 11 Mai 2012, 11:03:12 »
Aufgedeckt: Die Erfolge der Pornojäger.


1996 wurde der Belgier Marc Dutroux wegen des Verdachts
festgenommen, vier Mädchen entführt, gefoltert, vergewaltigt und
ermordet zu haben. In seinem Haus fand die Polizei hunderte
Pornovideos, viele davon zeigten Dutroux beim sexuellen Missbrauch
von Kindern. Bis heute gab es keinen Prozess, die Polizei ermittelt
noch.

1997 flog in Frankreich ein Kinderporno-Ring rund um den
Rechtsextremen Bernard Alapetite auf. Etwa 1000 Videokassetten und
Magazine pädophilen Inhalts wurden konfisziert, rund 700 Kunden
vorübergehend festgenommen - 81 davon landeten im Februar 2002 vor
Gericht.

1998 erschütterte ein Skandal das oberösterreichische Bad Goisern.
Fünf Männer hatten sich an Buben im Alter zwischen fünf und 14 Jahren
vergangen und die Sexspiele auf Video aufgezeichnet. Der Haupttäter,
Siegfried Z., wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Ebenfalls 1998 gelang Exekutivbeamten in 21 Staaten - darunter
Australien, Kanada, USA und zahlreiche europäische Länder - ein Coup:
Über 100 global agierende Kinderporno-Händler wurden im Zuge der
"Operation Cathedral" festgenommen. Die Täter hatten zigtausende
Bilder über Internet vermarktet, darunter Fotos von Kleinstkindern.
In Österreich kam es zu zwei Haudurchsuchungen, die ohne Ergebnis
verliefen.

2000 rückte die italienische Polizei zu zwei Großrazzien aus. Das
Ergebnis: 3000 Fotos, 4000 Computerdisketten und 2000 Videos, die
allesamt sexuelle Vergehen an Minderjährigen zeigen. 13 Verdächtige
kamen in Untersuchungshaft, darunter Universitätsdozenten,
Journalisten und Politiker.

2001 gelang ein weiterer Schlag gegen den grenzüberschreitenden
Pornohandel. Federführend waren dieses Mal die russischen Behörden,
die im Zuge elfmonatiger Ermittlungen eine Bande rund um einen als
"Schinder" bekannten Mann sprengten. Der Russe hatte vor laufender
Kamera minderjährige Jungen geschlagen und vergewaltigt. Abnehmer
dieser Videos wurden unter anderem in Russland, den USA, Deutschland
und Großbritannien verhaftet.

Im März 2002 wurden innerhalb weniger Tage zwei groß angelegte
Pornoringe zerschlagen. Im Rahmen der "Operation Candyman" verhaftete
das FBI dutzende Internet-User, die via Netz Kinderpornografie
ausgetauscht haben sollen. Bald darauf klickten die Handschellen -
und zwar zeitgleich in den USA, Japan, Kanada und mehreren
europäischen Ländern. 31 Personen aus elf Staaten wurden verhaftet.
Sie werden nicht nur verdächtigt, im Internet Pornobilder und -videos
ausgetauscht, sondern auch selbst Kinder sexuell missbraucht zu
haben. Kopf der Bande soll ein 40-jähriger Deutscher sein.

1999 gelang den amerikanischen Justizbehörden nach zweijährigen
Ermittlungen die Sprengung eines Kinderporno-Rings. Im Zentrum stand
ein Unternehmen namens Landslide Productions in Fort Worth, Texas.
Die Firma hatte über mehrere Internet-Server Kinderpornos in alle
Welt verkauft. In nur sechs Monaten brachte es das Unternehmen auf
250.000 Kunden und einen Umsatz von 5,5 Millionen Dollar. Die
Landslide-Eigentümer wurden hart bestraft: Thomas Reedy wurde zu
lebenslanger Haft verurteilt, seine Frau Janice zu 14 Jahren.

Der aktuelle Kinderporno-Skandal in Österreich ist eine direkte
Folge der "Operation Landslide". Alle Verdächtigen hatten via
Computer das Landslide-Angebot konsumiert und konnten nun über ihre
Kreditkartennummern ausgeforscht werden.
von Rosemarie Schwaiger

Bild: Marc Dutroux Polizei ermittelt noch Bild: Janice und Thomas Reedy Hohe Haftstrafen
Quelle:   "profil" Nr. 17/02 vom 22.04.2002 Seite: 40
Ressort: Österreich
Ressort:   ÖST Österreich
Dokumentnummer:   PROFIL_20020422_1203250017

Barbara Mirnig

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Re: 20020422 Profil: Die Erfolge der Pornojäger
« Antwort #1 am: 04 Juli 2012, 17:59:39 »
Haftstrafe 2 Jahre für KinderpornografieKonsum zu wenig. (10 Jahre Haft für das selbst verbreiten von dieser abschäulichen Perversität).

Ist geplant, daß man die Konsumenten von Kinderpornografie mit höheren (mindestens 6j ?) Haftstrafen bestraft?


Danke für Euere Bemühungen!

mfG,
Barbara M.

Offline Reichmann

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Re: 20020422 Profil: Die Erfolge der Pornojäger
« Antwort #2 am: 07 Juli 2012, 00:07:47 »
Das ist sicher nicht geplant. Eventuell für den "Kleinen Mann", da funktioniert der Strafrahmen ohnedies schon so einigermaßen. Vergewaltigung 5 Jahre+, "kleinere" Sexualverbrechen schon mal bis 2 Jahre. Bedingte ENtlassung kaum möglich.
Aber: Richter missbraucht einen 14-jährigen Jungen, Urteil freispruch. Ist heute in Wien als Richter tätig.
Jugend-Richter in Salzburg ist Kinderpornokonsument im großen Stil (mehrere tausend Fotos und Videos). Urteil: 6 Monate bedingt, nach Therapie bei voller Entlohnung. Ist weiterhin als Richter in Salzburg tätig.

So stellt man sich Urteile natürlich nicht vor.
Da nützt jedoch kein höherer Strafrahmen, weil dann die Strafen für das deliquente "gemeine" Volk noch höher ausfallen und trotzdem keine höheren Strafen für Beamte und "Würdenträger" erfolgen würden.
Roland Reichmann
http://www.INHR.net

Gast m0nk

  • Gast
Re: 20020422 Profil: Die Erfolge der Pornojäger
« Antwort #3 am: 07 Juli 2012, 19:25:30 »
1999 war aber in AT weder das alleinige Betrachten, noch der Besitz von KiPo strafbar. Kam doch beides erst später ins Kriminalstrafrecht.