Autor Thema: Opferschutz  (Gelesen 3065 mal)

gillian

  • Gast
Opferschutz
« am: 29 April 2012, 10:48:35 »

Opferschutz - als Mißbrauchsmöglichkeit per se?? Als Firewall für die dadurch jederzeit gut geschützten Täter? 

Im Kurier vom 28.April 2012, Seite 18 - "Wien" zu lesen unter der Überschrift "ÖVP dringt auf Aufklärung in allen Wiener Kinderheimen":

Letzter Absatz: "Instrumentalisierung". Der zuständige Stadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) will den Bericht der Historiker-Kommission, die parallel zum Team Helige arbeitet, abwarten, ehe weitere Schritte überlegt werden.

"Sollte ein U-Ausschuß kommen, habe ich nur eine einzige Befürchtung, nämlich daß Opfer durch die Instrumentalisierung neuerlich zu Opfern werden", gibt Oxonitsch zu bedenken.

Na dann.

Ich bin fassungslos. Mir fehlen die Worte bezw. alle, die mir dazu einfallen, sind nicht druckreif.

Die SPÖ muß sich ja sehr fürchten, scheint mir.




silversurfer

  • Gast
Re: Opferschutz
« Antwort #1 am: 29 April 2012, 13:34:11 »
....nicht mit der koalition eines  gewissen kleinen greenhorns , das natürlich verpflichtungen einzugehen hat , um an die pfründe zu kommen  .....................

gillian

  • Gast
Re: Opferschutz
« Antwort #2 am: 29 April 2012, 23:50:48 »
Ja eh  - leider haben Sie Recht.

Und es verwundert auch nicht, daß die Medien nur sehr sparsam bis gar nicht berichten, ob und inwiefern die angekündigten Untersuchungen - und bei weitem nicht nur des Wilhelm. H - zügig betrieben werden - was sind das bloß für Figuren in der Politik, die aus persönlichem Kalkül verhindern, daß Menschen, deren Lebensentwicklung schon in frühen Jahren schwer beeinträchtigt bis erstickt wurde, nicht einmal späte Genugtuung erfahren, indem ihnen wenigstens einmal Gehör und Glauben geschenkt wird.

Nein-nein, die "Opfer" sollen doch nicht an ihre Verzweiflung erinnert werden - könnt ihnen ja irgendwie schaden, bloß keine schlafenden Hunde wecken -

"...habe ich nur eine EINZIGE Befürchtung, nämlich, daß Opfer durch die Instrumentalisierung neuerlich zu Opfern werden" .... also, zynischer gehts ja wohl nicht mehr.   Ehemalige Heimzöglinge, die sich auch nach Jahren noch zu gedemütigt und geschwächt fühlen, melden sich sowieso eher nicht, weil sie  gelernt haben sich zu fürchten (und zu schämen),  und den stärkeren - auch durchgestandenes Leiden kann sehr hart machen - Menschen mit solchen Erlebnissen in ihrer Vergangenheit kann man durchaus "erlauben", auch darüber zu sprechen, ohne  daß sie ... ja, was eigentlich? Was genau meint denn diese Politfigur  mit diesen Worthülsen??? Äh - nix Bestimmtes, scheint mir. Hauptsache "keine Wellen"...

Unglaublich.

Offline Reichmann

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Re: Opferschutz
« Antwort #3 am: 04 Mai 2012, 12:38:18 »
Es wird auch immer nur von antiquierten Fällen gesprochen. Sowohl Kirchenmissbrauch, als auch Missbrauch in staatlichen Einrichtungen, wird erst dann zum Thema, wenn bereits in allen Fällen VErjährung eingetreten ist, oder die Täter bereits verstorben sind.

Es geht heute in den Heimen nicht viel besser zu. KEINE Kontrollen, KEINE Meldestellen für Opfer. Heute passieren die Fälle, über die wir in 30 Jahren in den Medien lesen.
Roland Reichmann
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