Autor Thema: nicht uninteressant  (Gelesen 3963 mal)

gillian

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nicht uninteressant
« am: 17 Februar 2012, 12:23:59 »

im neuen Falter: "Protokoll einer Dienstbesprechung" - Wer den Staatsanwalt blockiert ....

und ebendort eine kleine Mitteilung, die ich hier weitergebe: Falter 7/12, Seite 17 li oben: "Whistleblower-Briefkasten" - Die deutsche Zeitschrift Stern hat eine Onlineplattform für investigativen Journalismus eingerichtet  - samt einem Briefkasten, über den Whistleblower der Reaktion anonym Mitteilungen und Dateien zukommen lassen können.

Offenbar herrscht zunehmend Bedarf an "Durchbruchsmöglichkeiten" in vielen Bereichen...

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Re: nicht uninteressant
« Antwort #1 am: 17 Februar 2012, 16:03:13 »

im neuen Falter: "Protokoll einer Dienstbesprechung" - Wer den Staatsanwalt blockiert ....

und ebendort eine kleine Mitteilung, die ich hier weitergebe: Falter 7/12, Seite 17 li oben: "Whistleblower-Briefkasten" - Die deutsche Zeitschrift Stern hat eine Onlineplattform für investigativen Journalismus eingerichtet  - samt einem Briefkasten, über den Whistleblower der Reaktion anonym Mitteilungen und Dateien zukommen lassen können.

Offenbar herrscht zunehmend Bedarf an "Durchbruchsmöglichkeiten" in vielen Bereichen...

Das ist ohnehin dringen nötig, dass sich viel mehr Journalisten investigativ bemühen anstatt nur von Pressemeldungen abzuschreiben.
Doch haben wir in Österreich das Problem, dass die Medien unter Druck gesetzt werden und ihnen sogar mit Entziehung der Werbeinserate gedroht wird.
Da "vergeht" jedem Journalisten die Lust auf ordentliche Recherche und Berichterstattung, spätestens wenn sich die Inseratenabteilung zu Wort meldet.

gillian

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Re: nicht uninteressant
« Antwort #2 am: 07 März 2012, 11:24:43 »
Auch im Nachbarland wurde Journalisten die Lust "vergangen" - siehe Kurier 7.März 2012, Seite 6, "International".
DER Jurist, den die ursprünglich in ein Kinderbordell verschleppten Mädchen im Bordell erkannt haben wollen, war dann RICHTER im Prozeß gegen den Zuhälter, für die Verdächtigung, daß er zu Unrecht als korrupt und als Freier eines früheren Leipziger Kinderbordells verdächtigt worden war, bekam er 2o1o Schmerzensgeld, und zwei Journalisten wurden dafür wegen Verleumdung und übler Nachrede zu einer Geldstrafe von  je 6.ooo Euro verurteilt. "Sie fühlten sich 'kaltgestellt'".

Offline Politicus1

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gillian

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Re: nicht uninteressant
« Antwort #4 am: 08 März 2012, 10:04:53 »
Finde gerade einen sehr, sehr mutigen Artikel von Michael Prack in der Zeitung "Ganze Woche". Bewundernswert das Rückgrat dieses Mannes.

Hingegen betroffen machend  die in seinem Artikel verpackten Attacken und Wortwahl  Thurnhers auf Seite 5 des neuen Falters, und bemerkenswert der Versuch von Klenk ebendort Seite 10, den politischen Aspekt in die Diskussion zu bringen.

Ich tippe M.Prack hier schnell ab - es erleichterte mich ungemein zu erfahren, daß jemand bei dieser skandalösen Sendung ebenso empfand wie ich. Das süffisante Mienenspiel, das lärmende Durcheinander-Gegröle der Phalanx der Vier erweckte in mir den Verdacht, daß diese Leute nicht im Vollbesitz ihrer Verstandeskräfte waren - oder nur jedes Mindesmaß normalen Anstandes vermissen ließen.

"DER KAMPUSCH-ORF-SKANDAL
Was sich am Sonntag ab 22 Uhr vor einer halben Million Zuseher in der Sendung "Im Zentrum" abspielte, kam einer Bankrotterklärung unseres Staatsfunkes gleich. Es sollte über das Thema "Natascha Kampusch - Neue Beweise oder Verschwörungstheorie?" diskutiert werden. Aber von einer sachlichen Debatte war die Runde so weit entfernt wie die Ermittlungsbehörden offensichtlich noch immer von einer lückenlosen Aufklärung des Entführungsfalles.

Hauptverantwortlich dafür war Peter Pelinka, der Leiter der Diskussion, die eher einem Brüllaffen-Treffen an einem Biertisch glich. So machte es Pelinka etwa dem Ex-Präsidenten des OGH Johann Rzeszut unmöglich, ein einziges Mal dessen Sicht der Dinge ungestört darzulegen. Dafür durfte der als Grasser-Rechtsbeistand bekannte Manfred Ainedter, der Anwalt des Freundes des Entführers Priklopil, dazuwischenreden, wie er wollte. Genauso wie Christoph Feuerstein, der schmeichelweiche ORF-"Betreuer" Natascha Kampuschs. Und wenn diese beiden einmal den Mund hielten, dann unterbrach Pelinka selbst den hochverdienten Justizmann Rzeszut.

Es war eine Schande. Zumal der mit den Ermittlungen im Kampusch-Fall befaßte parlamentarische Unterausschuß nun zum beinahe deckungsgleichen Schluß kam wie seinerzeit die zwecks Bewertung des Kriminalfalles eingesetzte Kommission, der auch J.Rz. angehörte. Sinngemäß: An der Sache ist etwas oberfaul, die Einzeltäter-Theorie mehr als fragwürdig, eine Wiederaufnahme des Verfahrens scheint unerlässlich. Auch wenn die Staatsanwaltschaft unter dem Motto "Opfer ist frei und lebt, Täter ist tot" viel lieber die Tuchent über die von geradezu kriminellen Ermittlungsfehlern gezeichnete Angelegenheit breiten würde. Daß Natascha Kampusch, durch falsche Berater seit Jahren ein Spielball der Meden, sich durch eine weitere Untersuchung neuerlich als Opfer empfindet, ist nachvollziehbar. Esmüßte ihr daher jemand klar machen, daß es hier nicht nur um sie geht, sondern daß eine restlose Klärung vielleicht andere Kinder vor einem ähnlichen Schicksal wie dem ihren bewahren könnte. "

Irgendwie ist dieser Artikel der gut geschmierten p.r.-Walze, die derzeit die Medienlandschaft einebnet, entgangen, zunächst jedenfalls.

Auf Gmx wird nach wie vor, ich muß schon sagen, "geschleimt", von sachlicher Berichterstattung keine Rede, und v.a. - nach wie vor keine Meinungen erwünscht und daher jede Diskussion unmöglich.
Symptomatisch und überdeutlich dafür, daß der andeersdenkenden Bevölkerung ein Maulkorb verordent wurde.

Übrigens fand ich vor wenigen Tagen den Hinweis, daß demnächst das Buch von Frau Kampusch in Form einer "gänzlich überarbeiteten Neuauflage" auf den Markt kommt ....