Autor Thema: Suizid von Kampusch-Entführer für Ermittler und Rechtsmedizin eindeutig  (Gelesen 3446 mal)

Entwicklungshelfer

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http://www.nachrichten.at/nachrichten/chronik/art58,840512
„Es wurde eine umfassende Ermittlung und eine gerichtsmedizinische Obduktion durchgeführt. Es gibt auch einen sicheren Augenzeugen, dass sich Wolfgang Priklopil auf die Schienen der Nordbahn gelegt hatte“, sagen Ermittler.

Bis heute halten sich hartnäckig Gerüchte, dass Wolfgang Priklopil betäubt, niedergeschlagen und auf die Schienen gelegt worden wäre. Doch dies ist definitiv falsch: In seiner Niederschrift bei der Polizei (die den OÖNachrichten vorliegt) gab Lokführer Erwin M. noch am 23. August 2006 eindeutig an, um 20.50 Uhr von der Haltestelle Wien Nord mit dem Schnellbahnzug in Richtung Floridsdorf abgefahren zu sein.

Nach etwa 500 Metern Fahrt habe er in einem unbeleuchteten Streckenabschnitt von links kommend eine Bewegung von etwas Hellem wahrgenommen und habe sich diese helle Gestalt quer auf die Schienen gelegt und sei ruhig liegen geblieben. Der Lokführer habe eine Schnellbremsung eingeleitet und unmittelbar darauf ein Geräusch gehört. Außer dieser hellen Gestalt habe er keine Personen wahrgenommen. Die Leiche wurde nach der Tatortarbeit der Polizei in die Gerichtsmedizin Wien gebracht. Dort führte Universitätsprofessor Daniele Risser die von der Staatsanwaltschaft beantragte Obduktion durch. In dem im Landesgericht Wien am 11. September 2006 eingelangten Gutachten von Risser starb Wolfgang Priklopil an einem „ausgedehnten Schädelhirntrauma mit nahezu vollständiger Abtrennung des Kopfes an Hirnlähmung“.

Das komplexe Verletzungsbild (auch an den Extremitäten) lasse sich durch „eine Überrollung durch ein Schienenfahrzeug im Halsbereich erklären, wobei – unter Bedachtnahme auf die Auffindungssituation und das Verletzungsmuster – davon ausgegangen werden könne, dass der Mann am ehesten in Bauchlage im Schienenbereich, mit dem Hals auf einer Schiene, von rechts überrollt worden sein dürfte“.

Auch sei eine Beeinträchtigung durch Alkohol oder diverse Medikamente und Suchtgifte nicht zu erheben gewesen. Das Untersuchungsergebnis spreche aus medizinischer Sicht eindeutig für eine Selbsttötung.

Offline Politicus1

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'Auch sei eine Beeinträchtigung durch Alkohol oder diverse Medikamente und Suchtgifte nicht zu erheben gewesen.'

Die Formulierung "sei nicht zu erheben gewesen" ist für mich mehrdeutig.
1) Es wurde nicht erhoben, weil es hiezu keinen Auftrag gab.
2) Es konnte nicht erhoben werden, weil die Voraussetzungen hiefür nicht (mehr) gegeben waren; d.h., der Zustand der Leiche, machte solche Untersuchungen unmöglich.
3) Es konnte zwar untersucht werden und es wurde auch untersucht, aber das Ergebnis war nicht eindeutig genug.

Gast m0nk

  • Gast
Wird aber "am ehesten" von links gewesen sein. Von "rechts" ist fast denkunmöglich.

Offline Politicus1

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'Der Lokführer habe eine Schnellbremsung eingeleitet und unmittelbar darauf ein Geräusch gehört. '

1) Haben meiner Erinnerung nach die Fahrgäste von einer Schnellbremsung nichts bemerkt (Bitte um Korrektur, falls ich da falsch liege!)
2) Weg-Zeit-Diagramm:
a etwa 5-10 Meter vor dem Triebwagen hatte er den Körper quer auf den Schienen gesehen (Bitte ebenfalls um Korrektur)
b) Schnellbremsung!
c) dann hört er ein "Geräusch"(?).

Bei einer Fahrtgeschwindigkeit von etwa 40km/h legt der Zug auch bei einer Schnellbremsung und unter Annahme einer rekordverdächtigen Reaktionszeit des Lokfahrers vermutlich eine Strecke zurück, dass ein vom Lokfahrer zu hörendes Geräusch bestenfalls gleichzeitig mit der Einleitung der Schnellbremsung wahrgenommen wurde.

MÖGLICHERWEISE ist das eine - durchaus verständliche - Reaktion eines Fahrers (auch bei Autofahrern!), dass der Überfahrene erst kurz vor der Lok (dem Auto) wahrgenommen wurde...

Offline Lukas

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Zitat
Auch sei eine Beeinträchtigung durch Alkohol oder diverse Medikamente und Suchtgifte nicht zu erheben gewesen. Das Untersuchungsergebnis spreche aus medizinischer Sicht eindeutig für eine Selbsttötung.
temperatur wurde keine gemessen, und blutproben wurden keine genommen. oder bin ich jetzt der "verschwörer" (das ist wirklich das wort des jahrzehnts)

Offline Reichmann

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Zitat
Auch sei eine Beeinträchtigung durch Alkohol oder diverse Medikamente und Suchtgifte nicht zu erheben gewesen. Das Untersuchungsergebnis spreche aus medizinischer Sicht eindeutig für eine Selbsttötung.
temperatur wurde keine gemessen, und blutproben wurden keine genommen...
... und das passiert einem der besten Gutachter der Republik. Na ja, nobody is perfect  :P
Roland Reichmann
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Offline Miss Marple

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Ein toxikologische Untersuchung hat es gegeben, und es
wurde keine Alkohol- oder Gifteinwirkung etc. festgestellt!

Offline Lukas

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also wurde blut genommen.
ich hab hier lediglich einen 20min online artikel als quelle:
http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/-Eine-Zug-Leiche-sieht-anders-aus--12947380

keine ahnung, wo die das herhaben. von rzeszut oder belakowitsch hab ich das nie direkt gehört.

@ MM
du hast nicht zufällig in den obduktionsbericht einsicht?

Offline Miss Marple

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Keine Ahnung, warum das in 20min so zu lesen war!

Eine diesbezügl. Untersuchung ist ja auch im IBK-Bericht (mMn unmissverständlich) bestätigt worden.
MS hat dasselbe ebenfalls bereits vor Monaten bestätigt, wie auch kürzlich der Spiegel und auch der Herr Gerichtsmediziner "Im Zentrum". Auch die Gerichtsmedizinerin Yen hat nur das Fehlen einer Temperaturmessung beklagt, weil das leider in Ösistan noch immer nicht Usus sei!

Und Rz. hat das Fehlen einer solcher in seinem Dossier ebenfalls nicht erwähnt (lediglich die Temperaturmessung).

@Obduktionsbericht: Ich heiße ja nicht NK!  ;)


Offline Lukas

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:-) danke.