Autor Thema: Widersprüchliches  (Gelesen 65952 mal)

Offline Miss Marple

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Re: Widersprüchliches
« Antwort #75 am: 08 Juni 2012, 20:09:42 »
Zitat
Hannes Fazekas (SPÖ): Haben Sie das Kampusch-Buch gelesen?

Kronawetter: Nein.

Fazekas: Wieso nicht?

Kronawetter: Ich habe es nicht gelesen. Wieso nicht? Ja ich habe so viel mit Akt zu tun gehabt.

Meint er damit etwa den Kampusch-Akt, auf dem zum Zeitpunkt der Buchveröffentlichung längst der Aktendeckel ruhte?

Offline Politicus1

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Re: Widersprüchliches
« Antwort #76 am: 08 Juni 2012, 21:28:50 »
Dass ein StA nicht die Bücher von Opfern oder Tätern seines Verfahrens liest - das ist ihm nicht anzukreiden. Im Gegenteil: er kann sich dadurch seine Objektivität zur Durchsetzung seiner Pflicht der Aufdeckung strafrechtlicher Taten besser bewahren.
Aber nur, wenn er alle die ihm übermittelten Akten, Unterlagen und Beweisstücke liest und in Augenschein nimmt...

silversurfer

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Re: Widersprüchliches
« Antwort #77 am: 08 Juni 2012, 21:45:06 »
@ politicus :  ...vielleicht hat ihm jemand gesagt, dass er darin gar nicht vorkommt (glaub ich ) ---dabei hätte er sich wirklich ein eigenes kapitel verdient ! ----oder müssen wir diesbezüglich auf die autobiographie des EH  und das dortige kapitel  "der schutzmantel"  warten ?
   

Offline dieblindenaugenderpallas

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Widersprüche Kampusch-Buch
« Antwort #78 am: 09 Juli 2012, 22:28:57 »
Kampusch kann man nach der Lektüre dieses Buches sicher nicht zu den Vertreterinnen einer Einzeltätertheorie zählen.
Man erinnere sich: Zum Zeitpunkt, als das Buch erscheint, wird NK nach eigenen Beteuerungen schon furchtbar davon gequält, dass die Sache nicht zur Ruhe kommt. Immer wieder wärmen Verschwörungstheoretiker die These vom Kinderpornoring auf und NK wird wieder und wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gezerrt.

Und in dieser misslichen Situation veröffentlicht SIE SELBST ein Buch, in welchem wieder ausführlich geschildert wird, wie Priklopil mit ihr unmittelbar nach der Entführung herumkurvt, nervös telefoniert, in ein Wäldchen fährt um die Auftraggeber zu treffen, welche letztendlich nicht kommen. Immer wieder erzählt er in der ersten Zeit der Gefangenschaft von diesen Auftraggebern.

Dieses Buch ist zu einem Zeitpunkt erschienen, zu dem NK von Polizei, eigenem Anwalt etc. höchstwahrscheinlich schon vielfach darauf hingewiesen wurde, dass dies ein äußerst untypisches Verhalten des Entführers gewesen wäre, sich so lange in die Gefahr zu begeben, mit dem Opfer entdeckt zu werden und nicht sofort den Heimweg anzutreten.

Dennoch bleibt sie in ihrem Buch, zu dem sie ja niemand zwingen konnte (?), bei dieser Darstellungsweise und sendet damit (iVm: "ich kenne keine Namen") deutlich die Botschaft aus:

"Wer immer ihr seid, ich habe bis jetzt brav dicht gehalten, aber glaubt nicht, ihr könnt mir an den Leib rücken. Ich halte mich im Gedächtnis der Öffentlichkeit und schon bald gibt es einen prominenten Film über mich."

Offline dieblindenaugenderpallas

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Euro-Frage
« Antwort #79 am: 09 Juli 2012, 22:40:06 »

Ebenfalls werden im Kampusch-Buch von ihr selbst zahlreiche Szenen geschildert, aus denen klar hervorgeht, dass sie zumindest nach 2000 im Zuge von Einkäufen, Ausflügen etc. mit dem Geldverkehr vertraut war.

Es erhebt sich umso mehr die Frage nach der Motivation bezüglich ihrer Frage, wie denn ein Euro aussehe.

Wenn ich nach achteinhalb Jahren Gefangenschaft in einem Verlies endlich mit Polizisten reden kann, die mir wieder Sicherheit und Freiheit geben, warum komme ich in dieser Situation auf die Idee, denen gegenüber meine spärlichen Ausflüge in die reale Welt mit einer billigen Finte zu verschleiern.

gillian gast

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Re: Widersprüchliches
« Antwort #80 am: 09 Juli 2012, 23:33:09 »
Doch, wenn man ihr glaubt, daß sie sich jahrelang mit der gewinnbringenden Konstruktion einer Geschichte für das Leben "darnach" beschäftigt hat.   Wenn man annimmt, daß sie für ihr Wiederauftauchen das volle 18. LJ abwartete, etwa, um nicht mehr befürsorgt zu werden, und sich möglicherweise mit der Finanzierung ihrer Zukunft aus  dem Verkauf einer guten Geschichte über ihren Verbleib beschäftigt hat - und wenn man weiters annimmt, daß sie ein wenig lebensunerfahren und vlt ein wenig naiv war, dann konnten  ihr solche "Fehler" einfach passieren - wie z B das Außerachtlassen möglicher Zeugen bei Ausflügen,Einkäufen, die Euro-Frage, das Zurücklassen von Habseligkeiten im Haus, usw. -  Das ursprüngliche  Hoffen darauf, daß ihr das Verliesmärchen vollständig abgenommen werden würde, läßt sich aus ihren naiven, geradezu rührend anmutenden Flunkerversuchen ablesen.
Das schließt eine clevere Mastermind-Planung - zwecks Vermarktung und gleichzeitig Vertuschung - aus. Die hat erst nach ihrem Auftauchen eingesetzt, glaube ich - bis jetzt zumindest.

Lilly Rush

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Re: Widersprüchliches
« Antwort #81 am: 10 Juli 2012, 00:12:56 »
Zitat
Das schließt eine clevere Mastermind-Planung - zwecks Vermarktung und gleichzeitig Vertuschung - aus. Die hat erst nach ihrem Auftauchen eingesetzt, glaube ich - bis jetzt zumindest.

Denke ich auch. Sie hat vor der Flucht keine Absprachen mit irgendjemand getroffen auch nicht mit EH oder MW.

silversurfer

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Re: Widersprüchliches
« Antwort #82 am: 11 Juli 2012, 18:11:21 »
Als Norne hätte ich die ("schicksals")fäden anders gesponnen :
    erst  nachdem das inventar im haus samt insbesondere  "verlies"  schon so  sorgfältig  gesammelt und gefiltert gewesen wäre, dass an einer ununterbrochenen gefangenschaft ab abgängigkeit niemand ernsthaft zweifeln hätte können , hätte ich den autonarren WP bei einem verkehrsunfalls tödlich verunglücken und danach NK im  von aussen versperrten haus  auffinden und befreien lassen !
   als Norne wäre mir dabei auch nichts dazwischengekommen ..................

silversurfer

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Re: Widersprüchliches
« Antwort #83 am: 11 Juli 2012, 22:53:32 »
......ist eigentlich schon bekanntgeworden, warum vorige woche häupl dienstwagen (in einer werkstätte)  in flammen aufging (wobei  es immerhin auch verletzte gab ) ? ---seeehr geringes mediales interesse (im gegensatz etwa zu einem lockeren rad am dienstwagen  eines bundesheergenerals im vorjahr ) ...................

Offline Miss Marple

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Re: Widersprüchliches
« Antwort #84 am: 11 Juli 2012, 23:42:17 »

Der stand nämlich gerade in der Werkstatt in der Tigergasse. Dort wollten gegen 15.30 Uhr laut Polizeisprecher Roman Hahslinger drei Mechaniker den Tank absaugen.

Beim Verpuffen der Gase soll es dann zu dem Feuer gekommen sein.

http://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/Haeupls-Dienstwagen-ausgebrannt-3-Verletzte/71240494

Bitte sehr, bitte gerne!  ;)

silversurfer

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Re: Widersprüchliches
« Antwort #85 am: 11 Juli 2012, 23:56:45 »
...danke : da schläft man gleich ruhiger :)

Offline Miss Marple

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Re: Widersprüchliches
« Antwort #86 am: 12 Juli 2012, 00:00:21 »

  :)

In diesem Sinne: Gute Nacht!

silversurfer

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Re: Widersprüchliches
« Antwort #87 am: 12 Juli 2012, 00:02:36 »
gleichfalls !

Entwicklungshelfer

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Re: Widersprüchliches
« Antwort #88 am: 12 Juli 2012, 09:46:43 »
Zitat
Johann K. habe bei seiner Zeugenvernehmung vom 23.9.2009 seine bisherigen Angaben zur Beobachtung des Wolfgang P. und der Natascha K. im Haus Rxxxxxstrasse XX nicht nur aufrechterhalten, sondern dahin ergänzt, dass sich die Frau, die er später als Natascha K. wieder erkannt habe, zu ihm umgedreht habe und habe es sich dabei aus heutiger Sicht um eine Art Hilferuf gehandelt, worauf Wolfgang P. sie am Arm genommen und aufgefordert habe, in die Wohnung zu gehen. Nachdem Waltraud P. bei ihrer Zeugeneinvernahme vom 2.11.2009 vorgebracht habe, Natascha K. nie begegnet zu sein, insbesondere nie von ihr in ihrer Wohnung besucht worden zu sein, sei davon auszugehen, dass Johann K. seine Beobachtung in der Zeit zwischen 15.7. und 22.7.2006 gemacht habe, als Waltraud P. sich auf Urlaub befunden und ihrem Sohn aufgetragen habe, in ihrer Wohnung nach dem Rechten zu sehen. Natascha K. habe bei ihrer Befragung vom 15.10.2009 als Zeugin zur Wahrnehmung des Johann K. angeführt, noch nie in der Wohnung der Waltraud P. in der Rxxxxxxstraße XX gewesen zu sein.

http://www.dieaufdecker.com/index.php/topic,136.0.html

silversurfer

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Re: Widersprüchliches
« Antwort #89 am: 12 Juli 2012, 10:00:08 »
@MM: ..ist mir erst nach dem gutenacht-wunsch eingefallen :  "abgezapft" ist hier allemal sehr sinnig ! -- da hatte der besitzer des fahrzeuges wohl zuviel "getankt" :)