Autor Thema: Reisepass Natascha Kampusch mit ausgeschnittenem und wieder eingesetztem Foto  (Gelesen 79955 mal)

Offline Politicus1

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deutschsprachige Kolonien in S-Amerika..
Verzeihung, aber das ist wirklich abwegig (nochmals Vderzeihung!).
Das sind Nachfahren in x-ter Generation von ausgewanderten Bauern aus Tirol oder Bayern, die fast kein Deutsch mehr sprechen.
Und die nicht minder absurde Idee von Nazi-Kolonien zeigt auf 100-jährige oder deren 80-jährige Kinder...
Da fehlt nur noch die Witwe Honecker als Pflegemutti...

Aber zur Sache: es ist erwiesene Tatsache, dass Jugendliche deutschsprachiger Eltern, die im fremdsprachigen Ausland aufwuchsen, nach ihrer Rückkehr durch dialektfreies Deutsch auffallen. Woher hätten sie sich auch einen Dialekt aneignen sollen. Die Eltern waren bemüht, mit ihren Kindern deutsch zu sprechen um sie auf ihr weiteres Leben in der Heimat vorzubereiten; d.h., sie sprachen selbst mit den Kindern möglichst dialektfrei und hochdeutsch. Und mit anderen Kindern sprachen sie die Sprache des Gastlandes.
Wie dem immer. Die gepflegte Diktion einer 18-Jährigen, die bis zum 10.Lebensjahr im großen Gemeindebau jenseits der Donau und nicht in einer Hofratsfamilie aufwuchs, konnte eben nur auf das ständige Hören von Radio Oe1 zurückzuführen sein.... 

Offline consuela

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deutschsprachige Kolonien in S-Amerika..
Verzeihung, aber das ist wirklich abwegig (nochmals Vderzeihung!).
Das sind Nachfahren in x-ter Generation von ausgewanderten Bauern aus Tirol oder Bayern, die fast kein Deutsch mehr sprechen.
Und die nicht minder absurde Idee von Nazi-Kolonien zeigt auf 100-jährige oder deren 80-jährige Kinder...
Da fehlt nur noch die Witwe Honecker als Pflegemutti...

Aber zur Sache: es ist erwiesene Tatsache, dass Jugendliche deutschsprachiger Eltern, die im fremdsprachigen Ausland aufwuchsen, nach ihrer Rückkehr durch dialektfreies Deutsch auffallen. Woher hätten sie sich auch einen Dialekt aneignen sollen. Die Eltern waren bemüht, mit ihren Kindern deutsch zu sprechen um sie auf ihr weiteres Leben in der Heimat vorzubereiten; d.h., sie sprachen selbst mit den Kindern möglichst dialektfrei und hochdeutsch. Und mit anderen Kindern sprachen sie die Sprache des Gastlandes.
Wie dem immer. Die gepflegte Diktion einer 18-Jährigen, die bis zum 10.Lebensjahr im großen Gemeindebau jenseits der Donau und nicht in einer Hofratsfamilie aufwuchs, konnte eben nur auf das ständige Hören von Radio Oe1 zurückzuführen sein....

Das Imperfekt entspricht auch der "gelernten" Sprache: Geschichten werden im Imperfekt geschrieben, sie kann mehr gelesen als gesprochen/gehört haben und auch in Ö1 wird viel Imperfekt gesprochen (Radiogeschichten, Literatursendungen, auch Sprecher-Texte, gerade erst gestern gehört, als ein fremdsprachiger Interviewpartner ins Deutsche übersetzt wurde, hat der Sprecher was gesproche - erraten! Imperfekt.   

Offline Barnaby

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2011 - Tschuldigung!

Offline consuela

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2011 - Tschuldigung!
jetzt bin ich schon kurz stirnrunzeln dagesessen: mit welcher Festplattenspeicherkapazität haben wir es da im Hirn mit Barnaby zu tun, 2001?
 ;)

Wann immer Menschen vor Kameras, vor Mikrofonen sprechen, reden sie anders als in Natur. Siehe Fr. Fekter - die kann (lustig) hochdeutschbemüht (nur bemüht deshalb, weil sie halt schon aus einem nicht-hochdeutschem umfeld kommt) reden, das klingt dann sehr seltsam, und wenns emotional wird, dann bricht der 100%e Dialekt durch.

Oder Ö1 Moderatoren, die in der Sendung "Nachtquartier" live Gespräche mit Studiogästen und Anrufern führen: mit dem Studiogast reißen sie sich noch zusammen, aber wenn dann der Anrufer dran ist, bricht auch oft der Dialekt durch.

siehe auch Nationalratsabgeordnete im Parlament bei Debatten - da beginnen sie "gepflegt" zu reden und irgendwann geht's durch mit ihnen, vor allem ,wenn sie nicht aus einem hochdeutsch sprechenden (wie Ö1 oder auch die meisten Radio Wien und FM4 Sprecher) sprechenden Haushalt kommen.

Worauf ich hinaus will: für sehr viele Menschen sind in sehr vielen Situationen versc
hiedene deutsche Sprachen abrufbar - von Dialekt bis Hochdeutsch

Ich orte hier bei Natascha kein Indiz auf irgenwas außer dass sie vermutlich wirklich viel Ö1 gehört hat. Wobei vor 10 Jahren das Niveau der Sprecher auf Ö1 um Längen höher war als heute. Damals wurde wirklich sauber gesprochen, heute siehts da auch schon anders aus.

Offline Barnaby

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Hi Reichmann! Da gehts nicht um Ö1, sondern das war exakt die Sprache von IHR. Anhören, da leg ich meine Hand ins Feuer!

Offline consuela

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Hi Reichmann! Da gehts nicht um Ö1, sondern das war exakt die Sprache von IHR. Anhören, da leg ich meine Hand ins Feuer!
das "ihr" vor 1998?

Offline Barnaby

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Nein das von 2006

Offline Siegfried Kopf

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Ich glaube beim besten Willen nicht, dass ein Kind aus zerrütteten Verhältnissen allein im Keller von selbst mit Hilfe von Ö1 so eine Ausdrucksweise einfach erlernen kann. Das erscheint mir genauso unglaubwürdig wie die angeblich natürliche Mediengewandtheit die NK gleich nach ihrer Flucht zeigte. NK klingt so als ob sie eine Art Kunstsprache sprechen würde, nicht aber wie auf OE1.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.kriminalistik-mit-der-sprache-verraet-man-sich.39a84f99-4088-4aa0-978e-59ef950a2ae9.html  Es wäre sehr interessant die Interviews und Aussagen dahingehend zu untersuchen um Auffälligkiten und unübliche Wendungen einem Umfeld zuordnen zu können.
 
Mir will der Eindruck nicht weichen, daß NK weit mehr weis und erlebt hat, als sie sich im Keller bei WP hätte selbst beibringen können. Ob durch Erlebtes oder ein uns noch unbekantes Umfeld bleibt vorerst offen.
Aus dem Keller wird es wohl nicht stammen.
Sonst würde das würde ja unsere gesamtes Schulsystem ad absurdum führen und auf den Kopf stellen!

Offline Reichmann

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Zum Thema hochdeutsche Sprache möchte ich folgendes anmerken:
Wir sprechen eine gepflegte Umganssprache, unsere Tochter hingegen haben wir von klein auf stets in hochdeutscher Sprache angesprochen. Zudem hat sie viel gelesen und war nicht im Kindergarten.

Uns hat jeder gesagt, dass die Bemühungen wohl umsonst wären, da sie sich die Umgangssprache in der Volksschule angewöhnen würde. Heute ist sie 12 und spricht noch immer IMMER hochdeutsch und nichts anderes. Umgangssprache versteht sie kaum und so müssen wir etwa alte Hans Moser Filme "übersetzen".

Nun muss man natürlich schon die Prägephase von 0 bis 5 Jahre beachten und abwägen, ob eine sprachliche Veränderung in späteren Jahren in diesem AUsmaß überhaupt noch möglich ist.
Roland Reichmann
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Offline Miss Marple

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Ja, diese Prägephase habe ich schon mal vor langer Zeit angesprochen.
Dafür käme im näheren Umfeld von NK dann wohl nur die Oma infrage.

Wäre halt interessant zu wissen, wie NK vor ihrer Entführung gesprochen hat, wobei ja auch nicht bekannt ist,
wie sie im realen Leben - fern der medial konsturierten Kunstfigur NK - spricht. Wobei die Dame, die für sie die Polizei gerufen hat, ja angab, dass NK Hochdeutsch gesprochen habe (oder so ähnlich).

Offline Reichmann

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Das ist natürlich wichtig, wobei es natürlich auch Sinn macht, die angesprochene Sprachfärbung abzuklären. Bei der Überprüfung des Satzbaues und der Redewendungen müsste man natürlich auch erwägen, dass es sich bei dem Vorgetragenen um keine freie Sprache handelt, sondern um fremderstellte Manuskripte, aus denen vorgetragen wird.
Roland Reichmann
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Offline Antonella

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Ich denke, die Geschichte mit Prägephase wirglaub ich nicht ganz!! Denn dazu hätte sie nur mit der Oma reden dürfen, hat sie aber nicht! Ich glaube nicht, dass Mama und die grossen Schwestern, aber auch der Papa so gesprochen haben. Es wäre wohl auch anderen Menschen aufgefallen, bzw hätten Zeugen, Schulkollegen etc. darauf hingewiesen!

Menschen, die im erwachsenenalter beispielsweise von Wien nach Tirol oder Kärnten ziehen, nehmen durchaus den Klang, aber auch dialektische Worte an.
Ich gehe davon aus, dass sie sich in einem Umfeld bewegt hat, in dem eine Sprache gesprochen wurde, wie sie NK 2006 benutzte!

@Barnaby
müsste vielleicht beim ORF erhältlich sein!

Offline Miss Marple

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NK hatte zu ihrer Oma ein ganz besonderes Verhältnis, war sehr oft und sehr gerne bei ihr) gerade in der frühen Kindheit. Keine Ahnung, ob das ausreichen würde.

Wie immer: Wir wissen gar nichts, können nur spekulieren - auch über das Umfeld, bei dem sie außerhalb des Verlieses "aufgewachsen" sein soll. Dafür gibt es ja nun kaum bis gar keine Indizien, für mich zumindest.
« Letzte Änderung: 09 März 2012, 16:45:36 von Miss Marple »

Offline Antonella

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@ MM
das stimmt schon, sind Spekulationen! Dennoch stimmt eines sicher, ihre Sprache klang nicht wie die eines Mädchens, das am Rennbahnweg aufwächst. Ob WP so gesprochen hat, keine Ahnung!

Lilly Rush

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die Oma kam aus der Wachau, die hat kein Hochdeutsch gesprochen.