Autor Thema: Franz Kröll  (Gelesen 50794 mal)

Offline Lukas

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Franz Kröll
« am: 05 März 2012, 05:34:46 »
ja hallo,

wenn man den medien glauben schenken kann gibt es im fall des angeblichen selbstmordes von franz kröll 2 polizeiberichte. im ersten erschoss sich rechtshänder kröll mit der linken hand, und es wurden keine schmauchspuren gefunden. drei wochen später, im zweiten bericht gab es dann doch schmauchspuren, und die erklärung sei dass sich kröll mit beiden händen in die schläfe geschossen hat.

wie ist denn das abgelaufen? hat man sich geniert wegen der ungereimtheiten im ersten ebricht, die leiche daraufhin nochmal untersucht und dann schmauchspuren gefunden? oder warum wurde eine zweite untersuchung angeordnet?

oder:
warum kröll's exfrau überhaupt dort aufgetaucht ist? hatten die beiden etwas ausgemacht?
ob eventuell nachbarn einen lauten schuss gehört haben?
wie lange die leiche schon dort lag als die exfrau sie entdeckt hat?
usw.

karl kröll, der bruder von franz kröll, ist jedenfalls der ansicht, dass es kein suizid war. und hat er nicht einmal in einem interview gesagt, dass man seinem bruder gesagt hatte er soll die finger von dem fall lassen? (ich kann mich an den genauen wortlaut nicht mehr erinnern)

vielleicht sollte mich das alles ja nichts angehen, aber ich finde es lächerlich und peinlich zugleich wenn man (behörden) auf der einen seite dichthält und keine berichte der öffentlichkeit zugänglich macht (sobald ein fall abgeschlossen ist), und auf der anderen seite berichten die medien dann doch wirres zeugs wie das oben genannte mit den berichten, und man soll es halt so schlucken wie es ist. es wird von den behörden in den meisten fällen ja auch gar nicht dementiert.

Offline Reichmann

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Re: Franz Kröll
« Antwort #1 am: 05 März 2012, 11:34:31 »
wenn man den medien glauben schenken kann gibt es im fall des angeblichen selbstmordes von franz kröll 2 polizeiberichte. im ersten erschoss sich rechtshänder kröll mit der linken hand, und es wurden keine schmauchspuren gefunden. drei wochen später, im zweiten bericht gab es dann doch schmauchspuren, und die erklärung sei dass sich kröll mit beiden händen in die schläfe geschossen hat.

wie ist denn das abgelaufen? hat man sich geniert wegen der ungereimtheiten im ersten ebricht, die leiche daraufhin nochmal untersucht und dann schmauchspuren gefunden? oder warum wurde eine zweite untersuchung angeordnet?

Geniert ha man sich nicht. Doch in einer Sonntagsausgabe war ein ganzseitiger Beitrag vom Sachverständigen Wieser, der europaweit als Experte gilt und auch von einer Grazer Professorin. Beide sagten n dem Bericht unisono, dass sich das ganze so nicht zugetragen haben kann.
DARAUFHIN ist der Polizeibericht umgeschrieben worden.
Roland Reichmann
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Offline consuela

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Re: Franz Kröll
« Antwort #2 am: 05 März 2012, 12:09:55 »
auch Lütgendorfs Selbstmord erfolgte mit Links, und wies eine Menge Ungereimtheiten auf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_L%C3%BCtgendorf
Die Behörden gingen da von Selbstmord aus, obwohl keine Fingerabdrücke des Selbstmörders auf der Waffe waren, durch den Mund bei geschlossenen Zähnen geschossen wurde.

Zum "von links statt rechts" - ich kann mir vorstellen, dass man in der Ausnahmesituation die "weniger bewusste" Hand verwendet, das Hirn arbeitet in der Situation sicher anders als gewohnt. Ich finde also an der Linken Hand nichts ungewöhnliches. An den unterschiedlichen Berichten allerding schon.


Offline Reichmann

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Re: Franz Kröll
« Antwort #3 am: 05 März 2012, 13:01:21 »
auch Lütgendorfs Selbstmord erfolgte mit Links, und wies eine Menge Ungereimtheiten auf:
http://de.wikipedia.org/wiki/Karl_L%C3%BCtgendorf
Die Behörden gingen da von Selbstmord aus, obwohl keine Fingerabdrücke des Selbstmörders auf der Waffe waren, durch den Mund bei geschlossenen Zähnen geschossen wurde.

Zum "von links statt rechts" - ich kann mir vorstellen, dass man in der Ausnahmesituation die "weniger bewusste" Hand verwendet, das Hirn arbeitet in der Situation sicher anders als gewohnt. Ich finde also an der Linken Hand nichts ungewöhnliches. An den unterschiedlichen Berichten allerding schon.
Eben nicht und da ist auch die Meinung der Sachverständigen realistisch.
Ein geübter Schütze: Kröll war Offizier und musste regelmäßig Schusstraining absolvieren, kommt eine enormer Trainings- und Automatisierungseffekt hinzu. Der nimmt keine andere Hand.
Zudem wären dann auch die später gefundenen Schmauchspuren auf der falschen Hand gefunden worden. Schmauchspuren laut Bericht auf der rechten Hand. Geschoßeintritt linke Schläfe. Diese Position ist laut Gutachter so nicht machbar.

Ein Fußballspieler - ich spreche aus Erfahrung - trainiert so lange, bis er beim Schießen nicht auf den Ball schauen muss, sondern das Ziel ins Visier nimmt. Daher trifft ein trainierter Spieler fast immer und der Anfänger, der noch den Ball ins Visier nehmen muss, verfehlt das Ziel.
Roland Reichmann
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gillian

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Re: Franz Kröll
« Antwort #4 am: 05 März 2012, 13:09:54 »
Wenn man diesen Versuch (mit meinetwegen einer Pappendeckel-Attrappe) nachstellt, wird sofort klar, daß ein Rechtshänder niemals beid(!!)händig die Waffe an die linke Schläfe halten würde, umsoweniger, wenn er sicher gehen will, mit diesem einzigen Schuß sein Leben zu beenden.
Das Abdrücken wird in diesen Hundertstel-Sekunden-Abläufen zum ungewissen Abenteuer bei einer derartigen Verrenkung. Nie und nimmer glaube ich diese Version.

Offline Lukas

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Re: Franz Kröll
« Antwort #5 am: 05 März 2012, 13:18:59 »
danke für die antworten.

Zitat
Schmauchspuren laut Bericht auf der rechten Hand. Geschoßeintritt linke Schläfe. Diese Position ist laut Gutachter so nicht machbar.

wollt ich gerade fragen bzgl eintrittswunde.. is ja unglaublich. also ein rechtshänder der sich mit beiden händen in die linke schläfe schießt und schmauchspuren findet man später nur auf der rechten hand(!)

ebenfalls habe ich in einem zeitungsartikel gelesen, dass die "verrenkung" krölls damit zu tun habe, dass er keine unschuldigen personen verletzen wollte. (die kugel ist irgendwo im eingangsbereich der terrasse steckengeblieben, wenn ich mich recht erinnere)
« Letzte Änderung: 05 März 2012, 13:34:39 von Lukas »

Offline Reichmann

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Re: Franz Kröll
« Antwort #6 am: 05 März 2012, 17:06:19 »
danke für die antworten.

Zitat
Schmauchspuren laut Bericht auf der rechten Hand. Geschoßeintritt linke Schläfe. Diese Position ist laut Gutachter so nicht machbar.

wollt ich gerade fragen bzgl eintrittswunde.. is ja unglaublich. also ein rechtshänder der sich mit beiden händen in die linke schläfe schießt und schmauchspuren findet man später nur auf der rechten hand(!)

ebenfalls habe ich in einem zeitungsartikel gelesen, dass die "verrenkung" krölls damit zu tun habe, dass er keine unschuldigen personen verletzen wollte. (die kugel ist irgendwo im eingangsbereich der terrasse steckengeblieben, wenn ich mich recht erinnere)
Der Schusskanal (genau ober dem Ohr vollkommen eben) ist so nicht herleitbar. Zudem bleibt die Frage, warum macht die Polizei ZWEI unterschiedliche Berichte und warum ist der später plötzlich gefundene Abschiedsbrief nicht in seiner Handschrift geschrieben?
Roland Reichmann
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Offline dieblindenaugenderpallas

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Re: Franz Kröll
« Antwort #7 am: 05 März 2012, 18:48:43 »
Da stimmt schon das meiste, was hier angeführt wird, der springende Punkt ist allerdings:
das Procedere nach dem die erste Untersuchung an Kröll durchgeführt wurde, ist spurenvernichtend. Es konnten also bei einer nachfolgenden Untersuchung lege artis überhaupt keine Sputen mehr gefunden werden.
Auch hier könnte man "Verschwörertheorien" mit einem Schlag aus der Welt räumen, wenn man die Expertise eines fachwissenschaftlich ausgewiesenen Sachverständigen veröffentlicht, wie so etwas möglich sein kann.
Dann sind wir nicht mehr auf den Boulevardjournalismus angewiesen und es können auf Expertenniveau unterschiedliche Theorien diskutiert werden.
Und ich bin sicher - wenn das redlich geschieht - werden wir am Ende wissen, welche (Selbst-)Tötungsart bei Kröll ausgeschlossen werden kann.

Offline Lukas

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Re: Franz Kröll
« Antwort #8 am: 05 März 2012, 19:04:06 »
Zitat
warum ist der später plötzlich gefundene Abschiedsbrief nicht in seiner Handschrift geschrieben?
der war nicht in seiner handschrift? (außerdem habe ich von einem abschiedsbrief nie etwas gelesen, mein eingangs posting sind alle infos die ich fnden konnte)

also bei priklopil's "seltsamer" handschrift habe ich ja vor kurzem erfahren, dass der holzapfel Ps brief zu ende geschrieben hat, wohl aus ehre und freundschaft, und weil H erkannte, dass P zum fertigschreiben einfach nicht mehr in der lage war.

naja, das könnte man noch eventuell nachvollziehen (obwohl ich diese erklärung unglaubwürdig finde), aber wer hätte den abschiedsbreif des herrn körll schreiben sollen, wenn nicht kröll selbst?

@ dieblindenaugenderpallas
stimme ich zu.

Offline Lukas

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Re: Franz Kröll
« Antwort #9 am: 06 März 2012, 16:49:02 »
hier eine parlamentarsiche anfrage die auf kröll's ermittlungen zurückzuführen ist:
http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_09359/fnameorig_231681.html
und noch eine:
http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_08920/fnameorig_224376.html

Offline Lukas

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Re: Franz Kröll
« Antwort #10 am: 06 März 2012, 17:06:41 »
stimm es eigentlich (ich kann's nämlich nicht glauben), dass karl kröll in u-haft gelandet ist und eine hausdurchsuchung bei ihm durchgeführt wurde, nur weil er bei der beerdigung seines bruders etwas gesagt hat?

das sagt zumindest stadler:
http://www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAHR_2010/PK0969/index.shtml
(ganz unten)

Horusauge

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Re: Franz Kröll
« Antwort #11 am: 06 März 2012, 17:32:46 »
stimm es eigentlich (ich kann's nämlich nicht glauben), dass karl kröll in u-haft gelandet ist und eine hausdurchsuchung bei ihm

Es wurden das von ihm ("testweise"?) öffentlich als in seinem Besitz befindliche (Bruder-)Notebook sowie ein USB-Stick
beschlagnahmt; es sieht so aus, als hätte er jedoch Kopien angefertigt und somit die Sache überhaupt erst am Leben gehalten.

Offline consuela

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Re: Franz Kröll
« Antwort #12 am: 06 März 2012, 18:27:46 »
stimm es eigentlich (ich kann's nämlich nicht glauben), dass karl kröll in u-haft gelandet ist und eine hausdurchsuchung bei ihm durchgeführt wurde, nur weil er bei der beerdigung seines bruders etwas gesagt hat?

das sagt zumindest stadler:
http://www.parlament.gv.at/PAKT/PR/JAHR_2010/PK0969/index.shtml
(ganz unten)
damals, da war sogar PP noch überzeugt, dass hier was stinkt:
Abgeordneter Peter PILZ (G) hob hervor, Rzezsut habe sich nicht an die Justiz oder an die Polizei gewandt, sondern an das Parlament. Der Akt, den er sehr genau kenne, sagte Pilz, lasse nur zwei Schlüsse zu: Entweder habe die dümmste Polizei - nicht nur Österreichs - ermittelt oder "es durfte nichts herauskommen". Er kenne keinen Fall, in dem so "stümperhaft, schlecht, unkoordiniert und verantwortungslos" ermittelt und im Nachhinein "so professionell vertuscht" wurde.

Offline Lukas

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Re: Franz Kröll
« Antwort #13 am: 06 März 2012, 18:54:35 »
du meinst jetzt nicht mehr? wie weit liegt "damals" zurück? ich blick derweil noch nicht ganz so recht durch was personen und daten/zahlen in diesem langjährigen komplexen fall betrifft. PP hält von den vermutungen der fpö (NK kind/kinderpornoring/WK ermordet) zwar nichts, wie er es auf der startseite seiner homepage unmissverständlcih zum ausdruck bringt, er ist aber trotz allem für aufklärung.

und: könntest du mir einen tip geben wonach ich (auf der parlamentshomepage) gezielt suchen soll bzgl dieses aktes (gibt ja soviel dokumente..es lebe die bürokratie)

Offline consuela

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Re: Franz Kröll
« Antwort #14 am: 06 März 2012, 20:23:56 »
du meinst jetzt nicht mehr? wie weit liegt "damals" zurück? ich blick derweil noch nicht ganz so recht durch was personen und daten/zahlen in diesem langjährigen komplexen fall betrifft. PP hält von den vermutungen der fpö (NK kind/kinderpornoring/WK ermordet) zwar nichts, wie er es auf der startseite seiner homepage unmissverständlcih zum ausdruck bringt, er ist aber trotz allem für aufklärung.

und: könntest du mir einen tip geben wonach ich (auf der parlamentshomepage) gezielt suchen soll bzgl dieses aktes (gibt ja soviel dokumente..es lebe die bürokratie)
ganz obensteht das datum:
Parlamentskorrespondenz Nr. 969 vom 01.12.2010

Mit der Parlamentshomepage bin ich leider nicht vertraut.

Ich würde wirklich gerne wissen, was Peter Pilz dazu bringt, sich nicht mehr für die Aufklärung zu interessieren.
Ist er so simpel, dass es der Berlakowitsch-Reflex ist? Seit sie mit Strache die Pressekonferenz zur Causa gab, wurde es ganz ruhig um Pilz.